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Hitzewelle

Wetterextrem rollt an – Diese Mai-Rekorde möglich

Wetterextrem rollt an – Diese Mai-Rekorde möglich
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4 Min. Lesezeit |

Eine Hitzekuppel zieht über Europa – und die Temperaturen könnten in den nächsten Tagen neue Maßstäbe für den Mai setzen.

Europa steht vor einem markanten Wetterumschwung. Über weiten Teilen des Kontinents baut sich derzeit eine sogenannte Hitzekuppel auf, die für die letzten beiden Maiwochen ungewöhnlich hohe Temperaturen bringen dürfte – in einigen Regionen womöglich Rekordwerte für diese Jahreszeit. Wie der meteorologische Dienst Severe Weather Europe berichtet, bereiten sich Teile Südwest- und Westeuropas bereits auf die ersten offiziell heißen Tage des Jahres vor. Für Spanien und Portugal werden Temperaturen zwischen 35 und 39 Grad Celsius prognostiziert.

Hitzekuppel erklärt

Die Hitzekuppel gilt als entscheidender Faktor bei nahezu allen großen Hitzewellen, die in der Vergangenheit in Europa, den USA und Kanada Rekorde gebrochen haben. Das Phänomen ist ein prägendes Merkmal sommerlicher Wetterlagen auf beiden Kontinenten. Vereinfacht beschrieben entsteht eine Hitzekuppel durch einen kräftigen Hochdruckrücken in der oberen Atmosphäre, der eine extrem warme Luftmasse über einem bestimmten Gebiet gleichsam einschließt. Das System wirkt wie ein Deckel: Die absinkende Luft wird kontinuierlich komprimiert und erwärmt sich dabei weiter – mit teils rekordverdächtigen Temperaturen als Folge.

Ausgelöst wird die aktuelle Entwicklung durch einen sich verstärkenden Hochdruckrücken in der Höhenatmosphäre, der sich über Nordwestafrika bildet und in der Folge nach West- und Mitteleuropa ausgreift. Die warme Luftmasse wird sich schrittweise nach Norden und Osten ausbreiten, sodass die Nachmittagstemperaturen in weiten Teilen Westeuropas – darunter Großbritannien, Frankreich und Mitteleuropa – auf 25 bis 29 Grad klettern dürften. Gegenüber dem langjährigen Mittel für Ende Mai könnten die Werte damit um bis zu 15 Grad überschritten werden.

Extreme Hitze innerhalb einer solchen Hitzekuppel kann die Gesundheit erheblich belasten. Besonders gefährdet sind vulnerable Gruppen wie ältere Menschen, Kinder sowie Personen mit chronischen Erkrankungen, deren Zustand sich unter anhaltender Hitzebelastung rasch verschlechtern kann. Auch Beschäftigte, die im Freien arbeiten – etwa auf Baustellen oder in der Landwirtschaft –, sind einem erhöhten Risiko hitzebedingter Erkrankungen ausgesetzt. Darüber hinaus trifft die Hitze einkommensschwächere Bevölkerungsschichten besonders hart, da ihre Wohngebäude häufig aus wärmespeichernden Materialien wie Beton oder Asbest bestehen.

Ausbreitung nach Norden

Das Wettergeschehen über dem Nordatlantik und Europa verändert sich laut Severe Weather Europe grundlegend. Das Atlantikhoch schwächt sich ab, während von Nordwestafrika her ein kräftiger Schub sehr warmer Luft in Richtung Südwest- und Westeuropa einsetzt – voraussichtlich am kommenden Wochenende, dem 24. und 25. Mai. Ein ausgedehnter Hochdruckrücken wird sich anschließend weiter nach Norden und Osten ausdehnen und das Wetter über dem Großteil des Kontinents bis Ende Mai bestimmen. Mittelfristige Prognosen auf Basis der Modelle ECMWF und GFS deuten darauf hin, dass das Geopotenzial auf 500-hPa-Niveau nahe an Mai-Rekordwerte heranreichen könnte. Derartige Höhen- und Temperaturanomalien sind für den späten Frühling äußerst ungewöhnlich. Durch das Absinken und die Kompression der Luft könnten die Temperaturen von Sonntag, dem 25. Mai, bis in die erste Wochenhälfte hinein, also von 26. bis 28. Mai, die 30-Grad-Marke erreichen.

Mit dem Aufbau des Höhenrückens und dem Zustrom warmer Luft werden die Temperaturen zunächst in Südwesteuropa kräftig ansteigen. Im südlichen und zentralen Portugal sowie im Süden und Südwesten Spaniens dürften bereits Donnerstag und Freitag, am 22. und 23. Mai, rund 35 Grad erreicht werden. Am Wochenende, dem 24. und 25. Mai, verschärft sich die Hitzewelle weiter: Im Südwesten der Iberischen Halbinsel sind dann Spitzenwerte von bis zu 39 Grad möglich. In Frankreich setzt die Hitzewelle ab Freitag, dem 23. Mai, ein – im Großteil des Landes mit Temperaturen bis 29 Grad, im Südwesten mit bis zu 34 Grad.

Die spürbar wärmere Luftmasse breitet sich in den Folgetagen nach Norden aus. Südwesteuropa erfasst sie bereits Donnerstag und Freitag, Westeuropa folgt zum Wochenende. Zu Beginn der nächsten Woche, zwischen dem 26. und 28. Mai, werden die höchsten Temperaturen und die stärksten Abweichungen vom Klimamittel über Spanien, Portugal, Frankreich, den Benelux-Staaten und Großbritannien erwartet. Bis zur Wochenmitte, zwischen dem 28. und 30. Mai, dürfte sich die Hitze schrittweise weiter nach Norden und Osten verlagern.

Ab Ende des Wochenendes, ab dem 25. Mai, und im Verlauf der darauffolgenden Woche werden auch der Mittelmeerraum, Italien, Mitteleuropa und der Balkan von der Erwärmung erfasst – mit Temperaturen zwischen 28 und 32 Grad. Wie hoch die Spitzenwerte letztlich ausfallen, hängt davon ab, wie weit sich der Hochdruckkeil nach Osten verlagert, nachdem er am Sonntag und Montag, dem 25. und 26. Mai, seinen Höhepunkt über Westeuropa erreicht.

Ungeachtet dessen bleibt die gesamte kommende Woche, von 26. Mai bis 1. Juni, für das Ende des Wonnemonats ungewöhnlich heiß.

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KO KOSMO-Redaktion
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