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Zugkatastrophe

Menschen flogen durch die Luft“ – Überlebende schildert Horror im Todeszug

Menschen flogen durch die Luft“ – Überlebende schildert Horror im Todeszug
(istockphoto: zug)
3 Min. Lesezeit |

Zwei Hochgeschwindigkeitszüge kollidieren in Spanien, Waggons stürzen eine Böschung hinab. Die dramatische Rettungsaktion bei Adamuz hinterlässt Tote und Dutzende Verletzte.

Ein Hochgeschwindigkeitszug der italienischen Gesellschaft Trenitalia entgleiste am Sonntagabend gegen 19.40 Uhr nahe der spanischen Gemeinde Adamuz in der Provinz Córdoba. Das Fahrzeug, das vermutlich mit rund 300 km/h unterwegs war, geriet auf das Nachbargleis, wo es mit einem entgegenkommenden RENFE-Hochgeschwindigkeitszug kollidierte. Verkehrsminister Oscar Puente beschrieb den Vorfall: „Der Aufprall war derart heftig, dass die beiden vorderen Waggons des RENFE-Zuges aus den Gleisen geschleudert wurden.“ Die betroffenen Wagen stürzten eine vier Meter tiefe Böschung hinab und wurden dabei weitgehend zerstört.

Der verunglückte Iryo-Zug beförderte über 300 Personen von Málaga nach Madrid, während der RENFE-Zug mit etwa 200 Fahrgästen von Madrid nach Huelva unterwegs war. Unter den Todesopfern befindet sich nach offiziellen Angaben auch einer der Lokführer. Zahlreiche Passagiere waren noch stundenlang in den Zugwracks eingeschlossen. Feuerwehrkommandant Paco Carmona schilderte die schwierigen Rettungsarbeiten: „Es ist ein schwer zugängliches Gebiet. Das Ausmaß der Zerstörung war zudem groß. Chaos, offene Brüche. Alles andere als schön.“

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Dramatische Augenzeugenberichte

Eine junge Überlebende schilderte im Gespräch mit dem TV-Sender RTVE unter Tränen ihre traumatischen Erlebnisse im verunglückten Iryo-Zug: „Es gab eine Vollbremsung, es wurde stockdunkel. Ich fiel kopfüber aus dem Sitz. Menschen und Gepäck flogen durch die Luft, es gab Schreie, weinende Kinder, Blut. Ich fühle mich, als wäre ich neu geboren.“ Der Journalist Salvador Jimenez, ebenfalls Passagier, verglich das Erlebnis mit einem Erdbeben.

Spaniens Regierungschef Pedro Sanchez versprach umgehende Unterstützung für die Betroffenen. „Heute ist eine Nacht tiefen Schmerzes für unser Land“, erklärte er auf der Plattform X. Neben dem spanischen Königshaus drückte auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ihr Beileid aus. „In dieser Nacht seid ihr in meinen Gedanken“, schrieb sie auf Spanisch auf X.

Die Unfallursache bleibt vorerst ungeklärt und stellt die Experten vor Rätsel. „Das ist schon ein extrem ungewöhnlicher Unfall“, betonte Minister Puente. „Gerade Strecke, ein ziemlich neuer Zug, ein erst jüngst mit einer Investition von 700 Millionen Euro renovierter Streckenteil.“ Man müsse die Ergebnisse der Untersuchungen abwarten. Mehrere von Medien konsultierte Fachleute zeigten sich verwundert. Der Ingenieur Jorge Trigueros merkte an, dass das Sicherheitssystem einen solchen Unfall eigentlich automatisch hätte verhindern müssen.

Umfangreiche Hilfsmaßnahmen

Am frühen Morgen nach dem Unglück wurden noch über 70 Verletzte in sechs verschiedenen Krankenhäusern behandelt. Regionalpräsident Moreno teilte mit, dass einige Patienten noch in der Nacht notoperiert werden mussten. Zur Identität und Herkunft der Opfer machten die Behörden zunächst keine Angaben. Die Identifizierung der Todesopfer sollte laut Moreno bald beginnen.

Das Rote Kreuz leistete nicht nur den Unfallopfern und Bahnmitarbeitern psychologische Hilfe, sondern betreute auch traumatisierte Angehörige und Freunde, die an Bahnhöfen wie Madrid-Atocha oder in Huelva vergeblich auf ihre Lieben warteten.

Der Unfall weckte in ganz Spanien, besonders aber in Galicien, Erinnerungen an die Katastrophe vom 24. Juli 2013. Damals entgleiste ein Zug in Angrois kurz vor Santiago de Compostela in einer Kurve mit überhöhter Geschwindigkeit. Bei diesem Unglück kamen 80 Menschen ums Leben.

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Trotz der späten Stunde zeigten die Einwohner der 4.000-Seelen-Gemeinde Adamuz große Solidarität mit den Betroffenen. Freiwillige brachten Decken, Medikamente und Lebensmittel ins Gemeindezentrum.

Die Supermarktbesitzerin Rafaela öffnete umgehend ihr Geschäft und erklärte gegenüber RTVE: „Heute schläft hier niemand!“

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KO KOSMO-Redaktion
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