Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Migrationsbilanz

Migrationswelle seit 2015: Halbe Million Araber prägen neues Österreich

Migrationswelle seit 2015: Halbe Million Araber prägen neues Österreich
(FOTO: iStockphoto/Stadtratte)
2 Min. Lesezeit |

Vor einem Jahrzehnt erlebte Europa eine beispiellose Migrationsbewegung. In den Jahren 2015 und 2016 suchten rund zwei Millionen Menschen Zuflucht in der Europäischen Union. Die demografischen Auswirkungen sind heute deutlich sichtbar: Nahezu eine halbe Million Menschen mit Wurzeln im arabischen Raum haben mittlerweile ihren Lebensmittelpunkt in Österreich gefunden.

Asylstatistik Österreich

Die statistischen Daten zeichnen ein klares Bild: Seit 2015 wurden in Österreich insgesamt 433.000 Asylanträge registriert. Unter den Antragstellern bilden syrische Staatsangehörige mit 125.000 Anträgen die größte Gruppe, wobei etwa 86.000 dieser Ansuchen positiv beschieden wurden. Aus Afghanistan stammten 95.000 Anträge.

Bei der Geschlechterverteilung zeigt sich ein deutliches Ungleichgewicht – 235.000 Anträge wurden von Männern gestellt, während nur 50.000 von Frauen kamen. Zudem waren 148.000 der Asylsuchenden minderjährig.

Im europäischen Vergleich zählte Österreich zu den am stärksten betroffenen Aufnahmeländern.

⇢ Das Asylsystem ist kaputt“ – EU-Minister ringen um härtere Linie

Integration und wirtschaftliche Auswirkungen

Eine aktuelle Analyse des Österreichischen Integrationsfonds und EcoAustria beziffert die durch die Asylmigration entstandenen Netto-Mehrausgaben im Zeitraum 2015 bis 2025 auf rund 8,8 Milliarden Euro. Entscheidender Faktor für die langfristige Kostenbilanz ist dabei die Integration in den Arbeitsmarkt. Eine rasche Erwerbsbeteiligung kann den negativen Haushaltssaldo deutlich reduzieren, doch die Arbeitslosenquote unter Geflüchteten liegt nach wie vor über dem österreichischen Durchschnitt.

Wandel in der Zusammensetzung

Bemerkenswert ist auch der demographische Wandel bei neu ankommenden Asylsuchenden. Im ersten Halbjahr 2025 stammten 51 Prozent der Asylanträge von Minderjährigen, während der Anteil weiblicher Schutzsuchender auf 42 Prozent gestiegen ist. Diese Entwicklung deutet auf veränderte Fluchtmuster und einen verstärkten Familiennachzug hin – ein Kontrast zur männlich dominierten Migration der ersten Welle.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen