Vier Verdächtige im Alter zwischen 16 und 24 Jahren haben sich am Donnerstag freiwillig bei der Polizeiinspektion Westendorf im Bezirk Kitzbühel gemeldet. Sie stehen im Verdacht, bereits am 30. April auf einem Schotterplatz in Brixen im Thale eine Katze mit einer Schaufel misshandelt und getötet zu haben.
Nach Angaben der Ermittler wurde die Tat offenbar mit einem Mobiltelefon aufgezeichnet. Das entstandene Video verbreitete sich in der Folge rasch über soziale Netzwerke. Erst nachdem die Aufnahmen viral gegangen waren, entschlossen sich die Beschuldigten zur Selbstanzeige.
Geständige Verdächtige
Gegenüber der Polizei zeigten sich alle vier Verdächtigen laut Behördenangaben „geständig und reumütig“. Eine Anzeige an die Staatsanwaltschaft Innsbruck wurde erstattet. Bereits am 2. Mai hatten zwei Jugendliche in Fieberbrunn die Polizei eingeschaltet, nachdem ihnen das Video über einen Messengerdienst zugespielt worden war. Die Ermittler sicherten die Aufnahmen und konnten auf dieser Grundlage die beteiligten Personen identifizieren.
Politische Reaktionen
Der Vorfall zog auch politische Konsequenzen nach sich. ÖVP-Sicherheitslandesrätin Astrid Mair erklärte, man müsse ernsthaft darüber diskutieren, „ob der gesetzliche Schutz und die rechtliche Stellung von Tieren weiter gestärkt werden müssen“.
Die SPÖ schloss sich den Forderungen nach schärferen Strafen an: Tierschutzsprecherin Claudia Hagsteiner bezeichnete die Tat als „Ausdruck von tiefstem Sadismus“ und betonte, Täter solcher „Abscheulichkeiten“ müssten härter bestraft werden. Tirols FPÖ-Obmann Markus Abwerzger sprach sich ebenfalls für eine Verschärfung des Strafrechts auf Bundesebene aus. „Bestialische Fälle von Missbrauch von Tieren“ müssten strenger geahndet werden.
Nach dem österreichischen Tierschutzgesetz wird Tierquälerei derzeit mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen bedroht – sofern kein Qualzucht- oder Gewerbsmäßigkeitsfall vorliegt.