Mit 14 Jahren betrieb er sein eigenes Drogengeschäft: Ein Südburgenländer versorgte Schüler verschiedener Bildungseinrichtungen mit Ecstasy, Cannabis und sogar Kokain.
Ein 14-jähriger Südburgenländer betrieb monatelang einen florierenden Drogenhandel im Umfeld mehrerer Bildungseinrichtungen in Pinkafeld. Mit einem Sackerl voller Ecstasy-Tabletten ausgestattet, versorgte er Schülerinnen und Schüler verschiedener Schultypen – von der Mittelschule bis zur HTL. Die Drogen verkaufte er für 10 bis 15 Euro pro Stück oder gab sie an Freunde kostenlos ab.
Die Kundschaft des minderjährigen Dealers bestand hauptsächlich aus 15- bis 16-jährigen Jugendlichen aus dem Südburgenland und der angrenzenden Steiermark, darunter auch minderjährige Asylwerber aus Kinderherbergen. Die Mengen variierten erheblich: Manche Abnehmer erwarben nur einzelne Ecstasy-Tabletten, andere kauften bis zu 70 Stück. Beim Cannabis reichten die verkauften Portionen bis zu 40 Gramm pro Person. Ein Ermittler bestätigte zudem, dass der Jugendliche in geringem Umfang auch Kokain anbot.
Der Handel erstreckte sich über zahlreiche Orte in Pinkafeld – neben dem Schulpark fanden Drogenübergaben auch in der Nähe des STEP-Gästehauses, der Neuen Mittelschule, der Berufsschule, der Schule für Sozialberufe sowie am Fußballplatz und beim Hallenbad statt. Zusätzlich wickelte der Teenager Geschäfte in Oberwart und Oberschützen ab.
Die Kontaktaufnahme erfolgte entweder persönlich oder über Social-Media-Plattformen wie Instagram, WhatsApp und Snapchat. Ein gleichaltriger Freund unterstützte den 14-Jährigen, indem er potenzielle Kunden über soziale Netzwerke anwarb. Als Gegenleistung erhielt der Helfer zwar kein Bargeld, wurde jedoch bei gemeinsamen Ausgängen mit Getränken versorgt – im Laufe der Zeit summierte sich dieser Gegenwert auf etwa 400 Euro.
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Gefährliche Situation
Während seiner kriminellen Aktivitäten geriet der jugendliche Dealer Mitte 2024 in eine gefährliche Situation. Bei einer Vernehmung gab er an, von minderjährigen Asylwerbern mit Schlägen und einem Springmesser bedroht worden zu sein. Aus Furcht händigte er ihnen alle 50 Ecstasy-Pillen aus, die er in einem Plastiksackerl in seiner Hosentasche aufbewahrte. Den Vorfall meldete er aus Angst vor den Tätern nicht bei der Polizei.
Seine Drogen bezog der Südburgenländer von bekannten Wiener Drogenumschlagplätzen wie dem Reumann- und dem Karlsplatz, die er mit dem Bus erreichte. Innerhalb von fünf Monaten erwarb er dort von einem arabischen Händler mindestens 300 Ecstasy-Tabletten – einfarbig pink oder zweifarbig blau-lila – zu Preisen zwischen zwei und fünf Euro pro Stück.
Der Jugendliche hatte bereits mit 13 Jahren begonnen, Cannabiskraut zu beschaffen. Da er zu diesem Zeitpunkt noch strafunmündig war, wurden diese früheren Vergehen in der Anklage nicht berücksichtigt. Allerdings wurde ihm der Besitz einer verbotenen Waffe zur Last gelegt – eines Messers mit knapp zehn Zentimeter langer Klinge und integriertem Schlagring als Griff, das er als Geschenk von einem Wiener Drogenlieferanten erhalten hatte.
Gerichtliches Nachspiel
Vor dem Landesgericht Eisenstadt legte der Teenager ein umfassendes Geständnis ab. Als Beweggrund für seine Taten gab er an: „Ich dachte, dass ich mir so mein Taschengeld aufbessern kann.“ Er räumte ein: „Das war alles ein Riesenfehler“ und bat um eine milde Strafe, um seine begonnene Schulausbildung abschließen zu können.
Die Richterin kam dieser Bitte nach und setzte das Verfahren für zwei Jahre aus. Bleibt der Jugendliche in diesem Zeitraum straffrei, wird das Verfahren eingestellt. Zusätzlich wurden Bewährungshilfe und ein Jugendcoaching für den 14-Jährigen angeordnet.
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Das Drogenmonitoring in Österreichs Abwässern zeigt, dass Cannabis nach wie vor die meistkonsumierte illegale Substanz ist. Im Durchschnitt werden täglich 11 Gramm pro 1.000 Einwohner konsumiert. Zum Vergleich: Der tägliche Kokainkonsum liegt bei 1,4 Gramm pro 1.000 Einwohner, mit steigender Tendenz.