Wiens Offensive gegen Sprachbarrieren: In zehn Kindergärten helfen zusätzliche Fachkräfte Kindern beim Deutschlernen – mit Spielen, Zauberstab und allen Sinnen.
In Wien kämpfen zahlreiche Kinder noch immer mit unzureichenden Deutschkenntnissen. Als Gegenmaßnahme wurden für den Sommer und die ersten Wochen des neuen Kindergartenjahres zusätzliche Sprachförderkräfte in zehn ausgewählten Wiener Kindergärten eingesetzt. Das Projekt „Deutschoffensive Kindergarten“ läuft in fünf städtischen und fünf privaten Einrichtungen, die aufgrund der hohen Anzahl an Kindern mit Sprachförderbedarf ausgewählt wurden. Die Umsetzung erfolgt durch den Verein STARTKLAR.
„Deutsch ist die Eintrittskarte in unsere Gesellschaft. Gerade Kindern müssen wir diese Eintrittskarte auch zur Verfügung stellen“, erklärt Vizebürgermeisterin und Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (NEOS). Das Programm startete zunächst als Pilotprojekt im vergangenen Kindergartenjahr an drei Standorten und wurde nach positiven Rückmeldungen ausgeweitet. Aktuell betreuen sechs STARTKLAR-Sprachförderkräfte die zehn teilnehmenden Kindergärten. Pro Einrichtung sind die Fachkräfte drei Wochen lang täglich von 8 bis 14 Uhr im Einsatz.
Erlebnisorientierter Ansatz
Das Konzept setzt auf einen erlebnisorientierten und linguistisch fundierten Ansatz zur Deutschförderung im mehrsprachigen Kontext – eingebettet in den Kindergartenalltag und abgestimmt mit den pädagogischen Teams vor Ort. Janine Fischer, Obfrau des Vereins STARTKLAR, erläutert: „Sprache wird greifbar gemacht. Es ist wichtig, dass im Zuge der sprachlichen Bildung alle Sinne angesprochen werden.“ Die Förderung findet direkt im Kindergartenalltag statt, wobei gewöhnliche Brett- und Kartenspiele sprachsensibel aufbereitet und an den Entwicklungsstand der Kinder angepasst werden. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf sprachlichen Schwerpunkten wie der korrekten Satzstruktur in Hauptsätzen.
Ganzheitliches Lernen
Der ganzheitliche Ansatz bezieht sämtliche Sinne ein. Bei einem Themenschwerpunkt wie „Herbst“ werden nicht nur Wortschatz und grammatikalische Strukturen vermittelt, sondern auch echte Naturmaterialien wie Nüsse, Blätter und Kastanien in den Unterricht integriert. „So kommt es auch vor, dass unser Zauberstab zum Einsatz kommt, um mit Reimen die Nüsse herzuzaubern“, so Fischer.
Die Finanzierung des Projekts übernimmt die Stadt Wien, um die frühkindliche Sprachentwicklung bestmöglich zu unterstützen und zu begleiten.