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Brutal

Mit Kettensäge im Luxus-Appartement: Italiener wochenlang für Bitcoin gefoltert

Mit Kettensäge im Luxus-Appartement: Italiener wochenlang für Bitcoin gefoltert
FOTO: iStock/Chalabala
4 Min. Lesezeit |

Wochenlange Folter für Bitcoin-Zugangsdaten: In einem Luxusappartement in Manhattan hielt ein Kryptoinvestor einen 28-jährigen Italiener gefangen, bis diesem die dramatische Flucht gelang.

In einem Luxusappartement in Manhattan spielte sich über mehrere Wochen ein besonders brutaler Kriminalfall im Kryptowährungsumfeld ab. Ein 28-jähriger Italiener konnte sich am Freitag aus seiner Gefangenschaft befreien. Der Mann war Anfang Mai mit dem mutmaßlichen Täter in dessen Wohnung gegangen. Dort wurden ihm von dem Verdächtigen und einem Komplizen sein Pass sowie seine elektronischen Geräte weggenommen. Die Männer forderten die Zugangsdaten zu seinen Bitcoin-Konten. Als das Opfer die Herausgabe verweigerte, fesselten ihn die Täter, schlugen ihn mit einer Waffe, richteten diese auf seinen Kopf und drohten ihm mit einer Kettensäge.

In den folgenden Wochen wurde der Mann mit Schlägen, Elektroschocks und Morddrohungen gequält. Die „New York Times“ berichtet unter Berufung auf die Anklageschrift, dass das Opfer unter anderem über ein Geländer im fünften Stock gehalten wurde und ihm mit der Ermordung seiner Familie gedroht wurde.

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Festnahme und Ermittlungen

Unmittelbar nach der Flucht des Opfers nahmen Polizisten den Hauptverdächtigen am Freitag fest. Bei der Durchsuchung des Gebäudes wurden eine Pistole und Fotodokumentationen der Folterhandlungen sichergestellt. Auch zwei Angestellte wurden laut US-Medien dort angetroffen.

Weitere Vernehmungen sollen in den nächsten Tagen Aufschluss über die Planung der Entführung und deren Hintergründe geben. Der als Hauptverdächtiger geführte „Kryptoinvestor“ John W. muss am Mittwoch vor den Haftrichter. Wie der US-Sender NBC am Sonntag unter Verweis auf Gerichtsdokumente berichtete, werden ihm Entführung, Körperverletzung und illegaler Waffenbesitz zur Last gelegt.

Die Ermittlungen zu möglichen weiteren Beteiligten dauern an. Eine zunächst festgenommene Frau, die als mutmaßliche Mittäterin galt, wurde Medienberichten zufolge inzwischen freigelassen.

Die Tat ereignete sich in einer Wohnung im exklusiven Viertel Nolita (North of Little Italy) in Manhattan, deren monatliche Miete zwischen 30.000 und 40.000 US-Dollar (26.400 bis 35.200 Euro) liegt. Laut Polizeiangaben, auf die sich die „New York Post“ beruft, verfügt der Verdächtige über ein geschätztes Vermögen von rund 100 Millionen Dollar, was seinen luxuriösen Lebensstil mit Privatjet und Hubschrauber ermöglicht.

Ein Familienmitglied wies gegenüber dem Boulevardblatt die Anschuldigungen gegen W. entschieden zurück. Er sei ein „freundlicher, fürsorglicher, liebevoller Mensch“ und stehe „völlig unter der Kontrolle anderer Menschen“.

Krypto-Entführungen häufen sich

Beobachter sehen in solchen Fällen ein deutliches Warnsignal für die mit Kryptowährungen verbundenen Risiken, ungeachtet der noch ungeklärten Details. Sie verweisen auf eine Reihe bekannt gewordener Raubüberfälle und Entführungen im Kryptoumfeld – und vermuten eine erhebliche Dunkelziffer.

Zu den schwersten Vorfällen zählten in diesem Jahr mehrere Entführungen prominenter oder vermögender Kryptounternehmer in Frankreich, darunter der Mitgründer des Kryptounternehmens Ledger, der gemeinsam mit seiner Ehefrau verschleppt wurde. Seit Dezember verzeichnet Frankreich eine Serie brutaler Entführungen von Kryptomillionären, bei denen die Täter auch vor Verstümmelungen nicht zurückschrecken.

Die Tochter eines Kryptopioniers entging kürzlich einem Entführungsversuch in Paris, während der Vater eines Kryptounternehmers Anfang Mai entführt wurde. Der französische Innenminister plant Sicherheitsmaßnahmen zur Prävention dieser Verbrechen.

Die Entführer forderten etwa zehn Millionen Euro in Bitcoins und trennten dem Unternehmer einen Finger ab, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Ein ähnliches Vorgehen wiederholte sich ungefähr drei Monate später, als Entführer auch dem Vater eines weiteren französischen Kryptounternehmers einen Finger abtrennten.

In beiden Fällen gelang es der Polizei, die Opfer zu befreien und die Verdächtigen festzunehmen.

Am 13. Mai sollten schließlich die Tochter und der Enkel des Leiters der französischen Kryptoplattform Paymium entführt werden – ein Vorhaben, das die Frau zusammen mit einem Zeugen vereiteln konnte.

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KO KOSMO-Redaktion
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