Modrićs Reise: Vom Flüchtling im Balkankrieg zum Ballon d’Or

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Modrićs Reise: Vom Flüchtling im Balkankrieg zum Ballon d’Or

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(FOTO: Instagram-Screenshot, Twitter-Screenshot)

Der Kroate wurde dieses Jahr nicht nur zum besten Fußballer Europas (KOSMO berichtete), sondern auch zum Preisträger des Ballon d’Or gekürt. Gestern holte sich Modrić die begehrte Trophäe in Paris ab.

Modrić setzte sich klar vor Cristiano Ronaldo (Juventus) und Antoine Griezmann (Atletico Madric) durch. Ronaldo war bei der Preisverleihung nicht zugegen. Böse Zungen behaupten, dass er keinen Veranstaltungen dieser Art beiwohnt, insofern er nicht die Trophäe abstaubt.

„Der Ballon d‘Or war immer schon mehr als ein Kindheitstraum für mich“, so der Kroate überglücklich. Dieser Preis wird von der französischen Fußballzeitschrift „France Football“ seit 1956 verliehen und ist unabhängig von den FIFA-Auszeichnungen.

Seit 2007 ist Modrić der erste Gewinner des Ballon d’Or, der nicht Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi heißt. Diese haben jeweils fünf Mal den begehrten Preis nach Hause geholt.

Kindheit im Krieg
Im Alter von sechs Jahren wurde das Leben von Luka Modrić bis ins Mark erschüttert. Mit einem Schlag wurde Modrić zum Flüchtling. Nun hat er die Chance mit seinem Land Weltmeister zu werden.

Die Familie von Luka Modrić blieb während des Krieges in den 90er Jahren am Balkan. Der vielleicht beste Mittelfeldspieler der Welt stammt aus den Velebit-Bergen zwischen Nord- und Südkroatien. Als Modrics Großvater im Dezember 1991 mit seinem Rindvieh den Berg bestieg, kam nicht mehr zurück. Er wurde von serbischen Nationalisten, unterstützt von der jugoslawischen Armee, ermordet.

Gemeinsam mit seiner Mutter floh Modrić  in das verwahrloste „Kolovare Hotel“ an der kroatischen Küste. Unter den schwierigen Bedingungen des Krieges entwickelte Luka Modrić dort sein Ballgefühl, für das er heute bekannt ist. Er ließ sich seinen Traum von Bomben und Granaten nicht zerstören. Trotz des Krieges feilte der Profi-Fußballer in seiner Kindheit an seinen Künsten. „Er hat mehr Fensterscheiben des Hotels zerbrochen als die Bombenexplosionen“, so eine Mitarbeiterin des Hotels.

Zu Beginn von Modrićs Karriere zeigte sich der Fußball von seiner Schattenseiten. Trainer bezeichneten ihn als „zu schwach und zu schüchtern“, um Fußball zu spielen, berichtet „Sportbible“. Aus heutiger Sicht ein völlig unvorstellbares Urteil. Denn der Kroate hatte seitdem in der Premier League bei Tottenham gespielt und war bei Real Madrid sehr erfolgreich. Er kristallisierte sich als einer der besten Mittelfeldspieler im Weltfußball heraus und führte als Kapitän seine Mannschaft zum ersten Weltcup-Finale.