Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Comeback

Nach Chat-Skandal: Rainer Nowak kehrt in „Presse“-Führung zurück

Nach Chat-Skandal: Rainer Nowak kehrt in „Presse“-Führung zurück
(Foto: Die Presse/Stefan Gergely)
2 Min. Lesezeit |

Nach seinem Chat-bedingten Ausscheiden bei der „Presse“ und einem Zwischenstopp als „Superressortleiter“ bei der Kronen Zeitung kehrt Rainer Nowak zu seinen journalistischen Wurzeln zurück.

Ab 1. Juli wird er wieder in der Geschäftsführung der „Presse“ tätig sein, wo er gemeinsam mit Andreas Rast die Leitung übernimmt. Laut Bericht des „Standard“ bleibt die redaktionelle Verantwortung weiterhin bei Florian Asamer, der seit 2023 als Chefredakteur fungiert.

In einer Aussendung dankte Nowak dem Aufsichtsrat und dem Vorstand der Styria Media Group für das in ihn gesetzte Vertrauen. Nowaks Karriere bei der „Presse“ begann bereits 1996. Der gebürtige Innsbrucker stieg 2012 zum Chefredakteur auf, übernahm 2014 zusätzlich die Rolle des Herausgebers und wurde 2017 auch Geschäftsführer.

Steile Karriere

In dieser umfassenden Position prägte er maßgeblich die inhaltliche Ausrichtung des Traditionsmediums. Der abrupte Bruch in Nowaks Karriere erfolgte 2022, als er von allen seinen Funktionen bei der „Presse“ zurücktrat.

Chat-Affäre

Auslöser waren öffentlich gewordene Chat-Protokolle mit dem damaligen Finanzministeriums-Generalsekretär Thomas Schmid. Die Nachrichten zeigten, dass Nowak mit Schmid über eine potenzielle Position in der ORF-Führungsebene kommunizierte und dabei offenbar auf dessen Unterstützung hoffte.

Zudem gab er Schmid Formulierungshilfen für den Umgang mit seiner Redaktion. Nowak betonte später, dass es nie zu einem tatsächlichen Deal mit Schmid gekommen sei und keine Interventionsversuche Einfluss auf die Berichterstattung genommen hätten.

Debatte um journalistische Ethik

Die Chat-Affäre löste 2022 in der österreichischen Medienlandschaft intensive Diskussionen über redaktionelle Unabhängigkeit und journalistische Ethik aus. Obwohl die Kommunikation zwischen Nowak und Schmid kritisch bewertet wurde, konnten keine konkreten Belege für eine direkte Einflussnahme auf die Berichterstattung der „Presse“ gefunden werden.

Nowaks Rückkehr in eine Führungsposition bei seinem früheren Arbeitgeber wird in der Branche weiterhin kontrovers diskutiert. Medienexperten stellen dabei besonders die Frage nach der Glaubwürdigkeit und Integrität des Traditionsmediums sowie nach wirksamen internen Kontrollmechanismen in den Mittelpunkt der Betrachtung.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen