Serbische Griechenland-Urlauber können aufatmen: Ein neues EU-System hätte den Grenzverkehr diesen Sommer massiv verlangsamt.
Für serbische Urlauber, die in diesem Sommer nach Griechenland fahren, gibt es eine erfreuliche Neuigkeit: Das neue digitale EU-Grenzkontrollsystem EES (Entry/Exit System) wird zwischen 1. Juni und 30. August für serbische Staatsangehörige nur eingeschränkt zur Anwendung kommen. Wie die serbische Generalkonsulin in Thessaloniki, Jelena Vujic Obradovic, bestätigte, soll das System in diesem Zeitraum lediglich nachts aktiv sein – zusätzliche Wartezeiten an den Grenzen sind damit tagsüber nicht zu erwarten.
Das EES ist das neue digitale Einreisesystem der EU, das die klassische Passstempelung ablöst. Das System ist seit dem 12. Oktober 2025 in Kraft und erfasst computergestützt die genaue Aufenthaltsdauer von Nicht-EU-Bürgern an den EU-Außengrenzen. Reisende aus Drittstaaten – darunter Serbien, aber auch Großbritannien – müssen dabei biometrische Daten hinterlegen: Fingerabdrücke und ein aktuelles Lichtbild. Gerade in der Hochsaison hätte die vollständige Einführung dieses Systems an den Grenzübergängen zu erheblichen Verzögerungen führen können.
Geplante Gespräche
Aleksandar Senicic, Direktor des Nationalen Verbands der Reisebüros YUTA, bestätigte, dass die griechische Seite der serbischen Delegation mündlich zugesichert hat, das System während der Hauptreisezeit nicht in vollem Umfang anzuwenden. „Wir haben konkrete Schritte unternommen, Gespräche mit den griechischen Partnern geführt und werden Ende Mai ein hochrangiges Treffen in Athen abhalten“, erklärte Senicic.
Zuvor stehe noch ein Treffen in Thessaloniki mit dem Direktor der griechischen Grenzpolizei auf dem Programm. Dabei erhofft man sich eine Vereinbarung über die Öffnung möglichst vieler Grenzübergänge sowie eine Erweiterung der Fahrspuren von sechs auf zehn – zusätzliche Spuren für Reisebusse inklusive – um den Reiseverkehr in der Saison flüssiger abwickeln zu können.
Europäischer Trend
Dass die Sorge vor langen Staus an den Grenzen berechtigt ist, zeigen bereits die Erfahrungen an Flughäfen in anderen Teilen Europas, wo die Einführung des EES zu spürbaren Verzögerungen geführt hat. Nun mehren sich die Berichte, dass auch andere EU-Staaten über eine ähnliche Lösung nachdenken.
Reiseexperten zufolge könnten sowohl Italien als auch Portugal beschließen, die biometrischen Kontrollen an ihren Flughäfen während der Hochsaison vorerst auszusetzen – um Chaos im Urlaubsverkehr zu vermeiden.