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Ausschreitungen

Nach Messer-Attacke: Hunderte Maskierte jagen Migranten und legen Brände (VIDEOS)

Nach Messer-Attacke: Hunderte Maskierte jagen Migranten und legen Brände (VIDEOS)
FOTO: Screenshot X
4 Min. Lesezeit |

Ein Messerangriff mitten auf offener Straße – und Belfast versinkt in einer Nacht aus Feuer, Gewalt und Vertreibung.

Belfast erlebte am Dienstagabend schwere Ausschreitungen, nachdem ein 30-jähriger Asylbewerber aus dem Sudan mitten auf einer Straße einen Mann angegriffen und versucht haben soll, ihn zu enthaupten. Der Täter hatte sein Opfer zu Boden gebracht, auf ihm gekniet und ihm ein Messer an den Hals gehalten, bevor mutige Passanten eingriffen und Schlimmeres verhinderten. Der Angreifer wurde noch am Tatort festgenommen und wegen versuchten Mordes angeklagt.

Sein Erscheinen vor dem Magistrates‘ Court Belfast war für Mittwoch angesetzt. Das Opfer befindet sich in stationärer Behandlung, sein Zustand gilt als ernst.

Ausschreitungen in der Stadt

In den Stunden nach der Attacke zogen aufgebrachte Gruppen durch mehrere Stadtteile und richteten ihre Wut gegen Migranten und Asylbewerber. Laut BBC zogen allein im Osten der Stadt rund 100 maskierte Männer durch die Straßen und traten Türen ein, um „Ausländer hinauszujagen“. Ein Pastor berichtete der BBC, dass Menschen aus ihren Häusern vertrieben wurden, „weil sie schwarz sind“.

An mehreren Punkten errichteten die Randalierer Kontrollstellen, um Fahrzeuge nach Asylbewerbern zu durchsuchen. Wie „The Telegraph“ berichtete, wurden mindestens drei Wohnhäuser sowie ein Supermarkt in Brand gesetzt. Aufnahmen von „Sky News“ zeigten, wie Kleinkinder aus den betroffenen Gebäuden getragen wurden, während in deren Inneren Feuer loderten.

Auf der Newtownards Road geriet ein Bus in Brand und brannte bis auf das Grundgerüst nieder. Der nordirische Verkehrsbetrieb Translink stellte daraufhin sämtliche Verbindungen von und nach Belfast ein. Auf Bildern in sozialen Medien waren Angreifer mit Baseballschlägern zu sehen.

Die Vereinigung „Knights Templar International“ veröffentlichte einen Beitrag, auf dem Männer mit Schusswaffen zu sehen waren – ob das Material aktuell war, blieb unklar. Dazu die Drohung: „Wir werden das nicht mehr hinnehmen.“

Die schwersten Zwischenfälle ereigneten sich rund um die Crumlin Road im Norden sowie entlang der Lower Newtownards Road im Osten der Stadt. In mehreren Stadtteilen wurden Polizeifahrzeuge mit Ziegelsteinen und anderen Wurfgeschossen attackiert. Über Verletzte auf Seiten der Einsatzkräfte, der Angreifer oder der Zivilbevölkerung lagen zunächst keine gesicherten Informationen vor.

„Gegen 19.30 Uhr legten sie Feuer in den Müllcontainern“, berichtete der Bewohner eines Hauses mit Blick auf die Demonstranten. „Wir hörten Polizeiwagen und Sirenen“, sagte Eemran, ein Ingenieur indischer Herkunft, der seit etwas mehr als einem Jahr in Belfast lebt. „Immer mehr Menschen kamen hinzu und begannen, Brandsätze zu werfen. Plötzlich breitete sich das Feuer aus. Wir hatten Rauch im Gebäude.“

Politische Reaktionen

Die nordirische Regierungschefin Michelle O’Neill verurteilte die Vorfälle scharf und bezeichnete sie als „reines Rowdytum“. Es sei „nichts anderes als widerliche Feigheit“, wenn „Gruppen maskierter Männer Familien aus ihren Häusern vertreiben, indem sie diese in Brand stecken“.

John Finucane, Abgeordneter der Sinn Féin für Belfast-Nord, erklärte: „Es herrscht verständliches Entsetzen und Abscheu angesichts des entsetzlichen Mordversuchs, der sich ereignet hat. Ich teile diese Abscheu. Doch die Szenen, die wir heute Abend erleben – Angriffe auf Wohnhäuser, brennende Autos, beschädigte Infrastruktur und Teile unserer Gemeinde in Flammen –, sind beschämend.“

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KO KOSMO-Redaktion
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