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Nach Millionenverlust: Beliebter Skiort stellt Skibetrieb ein

Nach Millionenverlust: Beliebter Skiort stellt Skibetrieb ein
(Symbolbild FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Zu wenig Schnee, hohe Kosten und Millionenverluste: Ein Schweizer Skigebiet zieht nun die Konsequenzen – mit Folgen für eine ganze Region.

In Braunwald im Kanton Glarus setzen schneearme Winter und hohe Kosten den Bergbahnen seit Jahren zu.

Die Sportbahnen Braunwald AG stellt den klassischen Skibetrieb ab der kommenden Wintersaison 2026/27 ein. In der vergangenen Saison schrieb das Unternehmen ein Defizit von 1,6 Millionen Schweizer Franken – umgerechnet rund 1,7 Millionen Euro. Laut Verwaltungsrat tragen neben der hohen Kostenbasis auch schneearme Winter dazu bei, dass sich der bisherige Skibetrieb nicht mehr rechnet. Trotz heftigen Widerstands zahlreicher Kleinaktionäre hielt der Verwaltungsrat an seinem bereits im Juni angekündigten Entscheid fest und setzte sich bei der Generalversammlung mit 52 Prozent der vertretenen Aktienstimmen weitgehend durch.

Lifte stehen still

Ein zusätzlicher Kredit von rund vier Millionen Schweizer Franken konnte einen Konkurs zwar zunächst abwenden, die grundlegenden finanziellen Probleme der Sportbahnen jedoch nicht lösen. Auch nach rund vier Stunden teils hitziger Debatten bei der Generalversammlung blieb der Verwaltungsrat bei seinem Kurs: Die vier Skilifte bleiben in der kommenden Wintersaison 2026/27 außer Betrieb, auch die Skipisten werden nicht mehr präpariert. Eine wirtschaftliche Weiterführung der Sportbahnen sei schlicht nicht mehr möglich.

Regionale Folgen

Die Konsequenzen des Beschlusses gehen weit über den Wintersport hinaus. Braunwald ist in erheblichem Maß auf den Wintertourismus angewiesen, und zahlreiche lokale Betriebe – darunter Hotels, Gaststätten und Anbieter von Ferienwohnungen – sind unmittelbar vom Zustrom der Skigäste abhängig. Gegner der Schließung befürchten deshalb erhebliche wirtschaftliche Folgen für Hotels, Gastronomie, Ferienwohnungen und andere vom Wintertourismus abhängige Betriebe.

Das Schicksal der Braunwalder Skilifte steht stellvertretend für eine Entwicklung, mit der sich viele Skigebiete konfrontiert sehen: Schneemangel und wirtschaftlicher Druck setzen dem klassischen Wintertourismus zunehmend zu. Für Braunwald bedeutet das nun die Suche nach neuen Wegen, um die Region auch in der kalten Jahreszeit für Besucher attraktiv zu halten. Ganz auf den Wintertourismus will Braunwald dennoch nicht verzichten: Winterwandern, Schneeschuhtouren, Langlauf und Schlitteln sollen weiterhin möglich sein.

Die Gondelbahn auf den Grotzenbüel bleibt dafür auch im Winter in Betrieb. Parallel dazu soll Braunwald als Ganzjahresdestination weiterentwickelt werden. Die Sportbahnen, VISIT Glarnerland und weitere lokale Akteure haben dazu gemeinsam einen Zukunftsprozess gestartet, der vom Kanton unterstützt wird. Wie das künftige touristische Angebot konkret aussehen wird, ist allerdings noch offen.

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KO KOSMO-Redaktion
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