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Blockade

Nach tödlichem Zwischenfall: Albanien kapituliert im TikTok-Kampf

Nach tödlichem Zwischenfall: Albanien kapituliert im TikTok-Kampf
FOTO: EPA/ADAM VAUGHAN
2 Min. Lesezeit |

Nach einem tödlichen Jugendkonflikt sperrte Albanien TikTok – doch die Nutzer fanden Schlupflöcher. Nun hebt die Regierung die Blockade vorzeitig auf.

Blockade aufgehoben

Die albanische Regierung unter Ministerpräsident Edi Rama hat die Zugangssperre zur Videoplattform TikTok vorzeitig aufgehoben. Wie aus Berichten albanischer Medien hervorgeht, wurde die ursprünglich für ein Jahr angesetzte Blockade, die am 13. März vergangenen Jahres in Kraft getreten war, nun durch einen Regierungsbeschluss beendet.

Auslöser für die damalige Sperrmaßnahme war ein tragischer Vorfall zwischen Jugendlichen, bei dem ein 14-Jähriger tödlich verletzt wurde. Die beteiligten Gruppen hatten sich zuvor auf der Videoplattform gegenseitig provoziert und schließlich zu einer Auseinandersetzung verabredet, die in einer fatalen Messerstecherei endete.

Ineffektive Maßnahme

Die verhängte Zugangsbeschränkung erwies sich jedoch als weitgehend wirkungslos. Der Großteil der albanischen Nutzer umging die technische Barriere durch den Einsatz von VPN-Diensten, die eine Verschleierung der eigenen IP-Adresse ermöglichen. Dadurch erschienen die Zugriffe, als würden sie von außerhalb Albaniens erfolgen, wodurch die nationale Blockade ihre Wirkung verlor.

Eine Analyse des Datenunternehmens Pikasa Analytics aus Skopje bestätigte die Ineffektivität der Maßnahme. Bereits eine Woche nach Inkrafttreten der Sperre zeigte sich kaum eine Veränderung im Nutzungsverhalten: Die Anzahl der Beiträge sank lediglich um 3,3 Prozent, während die Videoaufrufe sogar um 14 Prozent zunahmen – ein deutlicher Beleg für die weitverbreitete Umgehung der Zugangsbeschränkungen.

Verhandlungserfolg

Ministerpräsident Rama bewertete die Sperre dennoch als erfolgreich, allerdings aus anderen Gründen. In einem Gespräch mit dem Nachrichtenportal „politico.eu“ im Dezember erklärte er, die Maßnahme habe zu direkten Verhandlungen mit Vertretern der chinesischen Plattform geführt. Diese Gespräche bezeichnete Rama als konstruktiv und betonte: „Die Sperre war wirksam, weil sie zur Kontaktaufnahme mit TikTok führte und einige Sicherheitsfeatures brachte, die bisher nicht vorhanden waren.“

Welche konkreten Sicherheitsvorkehrungen – etwa Filter für minderjährige Nutzer oder Mechanismen gegen gewaltverherrlichende Inhalte – implementiert wurden, ist allerdings nicht öffentlich dokumentiert.

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KO KOSMO-Redaktion
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