Ein Unwetter mit überraschender Wucht fegte über Split hinweg und verletzte 20 Menschen. Die Meteorologen hatten das Phänomen zwar vorhergesagt, nicht aber seine extreme Intensität.
Ein heftiger Sturm traf am Dienstag die kroatische Küstenstadt Split und verursachte Verletzungen bei etwa 20 Personen, wenn auch keine schwerwiegenden. Der Direktor des kroatischen staatlichen meteorologischen und hydrologischen Dienstes (DHMZ), Dr. Ivan Guttler, erläuterte die Umstände des ungewöhnlich intensiven Unwetters. Tomislav Marevic von der Zivilschutzbehörde betonte: „In solchen Situationen zeigt sich, wie gut unsere Notrufsysteme funktionieren.“ Während des Unwetters wurde die Notrufnummer 112 mehr als 400 Mal in kurzer Zeit kontaktiert.
Im Gespräch mit dem kroatischen Rundfunk HRT erklärte Dr. Guttler, dass der Wetterdienst durchaus Warnungen für die Küstenregionen Istrien, Dalmatien und Dubrovnik ausgegeben hatte. Das meteorologische Phänomen entstand durch das Zusammentreffen zweier Zyklone mit einer durch vorangegangene Hitzewellen aufgeheizten Oberfläche. Diese Konstellation schuf ideale Bedingungen für die Entstehung massiver Konvektionswolken mit bis zu 15 Kilometern Höhe, die Hagel, Starkregen und heftige Windböen mit sich brachten.
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Blitzschnelle Entwicklung
Das Besondere am Unwetter über Split war die außergewöhnlich schnelle Entwicklung. Eine einzelne Wolkenformation bildete sich über dem Meer und zog innerhalb einer halben Stunde über Split, Solin und die umliegenden Ortschaften hinweg. Die Geschwindigkeit und Intensität dieser Entwicklung übertraf selbst die Prognosen des Wetterdienstes.
Marevic wies darauf hin, dass ähnliche Schäden auch in Teilen Slawoniens auftraten, wo Bäume umstürzten sowie Dächer und Fahrzeuge beschädigt wurden. Fachleute sehen in diesem Ereignis ein weiteres Indiz für die Auswirkungen des Klimawandels, der zu stärkeren und sich rascher entwickelnden Wetterphänomenen führt. Der Meteorologe Branko Grisogono von der Kroatischen Meteorologischen Gesellschaft stellte fest: „Plötzliche Veränderungen kommen immer häufiger vor.“
Erhebliche Sachschäden in der Stadt
Die Folgen des Unwetters waren in Split deutlich sichtbar. Im Hafen riss eine Fähre wegen der extremen Windböen von ihren Leinen los und kollidierte mit anderen Schiffen, wobei ein Ausflugsboot komplett sank. Das Dach des Poljud-Stadions wurde teilweise abgetragen, während in der historischen Altstadt der Peristil und der Keller des Diokletianpalasts bis zu einem halben Meter unter Wasser standen.
Die Aufräumarbeiten begannen unmittelbar nach dem Unwetter. In der gesamten Stadt waren Straßen überflutet, Bäume entwurzelt und zahlreiche Autos durch umherfliegende Metallteile beschädigt. In mehreren Stadtteilen fiel zudem vorübergehend der Strom aus, was die Rettungsmaßnahmen zusätzlich erschwerte.
Weitere Prognosen
Für die kommenden Monate prognostiziert Dr. Guttler überdurchschnittlich warme Temperaturen in Kroatien und weiten Teilen Europas. Bezüglich der Niederschlagsmengen lassen sich hingegen keine eindeutigen Muster erkennen. Die jüngste Serie schwerer Unwetter scheint vorerst abgeklungen zu sein.
Dennoch hält der DHMZ für Teile der Küste weiterhin gelbe Warnungen wegen Wind und Regen aufrecht, auch wenn eine allgemeine Wetterberuhigung erwartet wird.
Den Einwohnern wird empfohlen, wachsam zu bleiben und aktuelle Wetterinformationen zu verfolgen, besonders wegen der anhaltenden Gefahr durch starke Bora-Winde (kalte Fallwinde an der Adriaküste).
📍 Ort des Geschehens