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Brandgefahr

Nachts am Kabel: So wird dein Smartphone zur tödlichen Falle

Nachts am Kabel: So wird dein Smartphone zur tödlichen Falle
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Das nächtliche Smartphone-Laden birgt versteckte Risiken. Billige Netzteile, beschädigte Kabel und falsche Platzierung können zur Brandgefahr werden.

Wer tagsüber viel unterwegs ist, findet selten Gelegenheit, sein Smartphone aufzuladen. Auch in der Freizeit bleibt das Gerät meist im Dauereinsatz. Daher greifen viele Nutzer zur vermeintlich praktischen Lösung: das Handy über Nacht am Ladekabel zu lassen. Diese Gewohnheit kann jedoch problematisch sein – nicht nur weil sie die Akkulaufzeit durch die entstehende Wärmeentwicklung verkürzen kann, sondern auch weil immer wieder von erhöhten Brandgefahren berichtet wird.

In sozialen Netzwerken kursieren regelmäßig Videos, die Ladegeräte zeigen, die Funken sprühen oder sogar Feuer fangen. Als Begründung wird häufig das nächtliche Dauerladen angeführt. Tatsächlich ist die Wahrscheinlichkeit eines solchen Vorfalls zwar sehr niedrig, aber dennoch nicht völlig auszuschließen. Für die Überhitzung und mögliche Brandentwicklung bei Handy-Ladegeräten gibt es verschiedene Auslöser.

Risikofaktoren erkennen

Ein Hauptrisikofaktor sind laut Dr. Hermann Dinkler vom TÜV-Verband vor allem minderwertige Elektronikprodukte. Beim Kauf von Netzsteckern – die bei neueren Smartphone-Modellen oft nicht mehr im Lieferumfang enthalten sind – sollten Verbraucher daher auf No-Name-Produkte aus Fernost verzichten. Diese tragen häufig gefälschte CE-Kennzeichnungen, weisen gravierende Konstruktionsfehler auf oder geben sich fälschlicherweise als Originalteile aus. Für Konsumenten sind solche Mängel kaum erkennbar. Die Bundesnetzagentur (deutsche Regulierungsbehörde) hat allein 2024 Verkaufsverbote für mehr als 1,9 Millionen Geräte verhängt, darunter zahlreiche Multifunktions-Ladegeräte.

Auch Alterungserscheinungen stellen ein Sicherheitsrisiko dar. Netzteile oder Kabel mit sichtbaren Abnutzungsspuren sollten umgehend ausgetauscht werden. Wenn die Kabelisolierung beschädigt ist und das Innenleben sichtbar wird, steigt das Risiko für elektrische Schläge oder Brände erheblich. Experten raten ausdrücklich von behelfsmäßigen Reparaturen mit Isolierband ab. Hier sollte man nicht an der falschen Stelle sparen und zeitnah ein Original-Ersatzteil beschaffen.

Übermäßige Hitzeentwicklung ist ein weiteres Warnsignal. Überprüfen Sie bei längeren Ladevorgängen, wie stark sich der Netzstecker erwärmt. Eine gewisse Wärmeentwicklung ist normal, doch wenn das Gerät zu heiß zum Anfassen wird, ist Vorsicht geboten. Erhöhte Temperaturen steigern das Brandrisiko deutlich. Zusätzlich sollten Sie darauf achten, das Smartphone während des nächtlichen Ladens nicht im Bett zu platzieren. Zwischen Matratze und Kissen kann die beim Ladevorgang entstehende Wärme nicht entweichen, was das Gerät schädigen kann.

Sicherheitsmaßnahmen

Ungeeignete Kombinationen von Ladegeräten und Geräten bergen ebenfalls Gefahren. Dr. Dinkler weist besonders auf vermeintlich universell einsetzbare USB-C-Kabel hin, die möglicherweise nicht mit dem jeweiligen Smartphone kompatibel sind. „Nur wenn Netzteil, Kabel und Gerät technisch zueinander passen, kann sicher und effizient geladen werden“, betont der Experte. Ein zu leistungsstarkes Netzteil könnte überhitzen.

Verzichten Sie möglichst auf das nächtliche Aufladen und platzieren Sie das Smartphone niemals direkt neben oder gar im Bett. Ein entstehender Brand könnte sich während des Schlafes unbemerkt ausbreiten und Ihre Sicherheit gefährden. Trennen Sie unbenutzte Ladegeräte grundsätzlich vom Stromnetz, besonders wenn Sie nicht zu Hause sind. Dies spart zudem über das Jahr gerechnet Energiekosten.

Beim Erwerb von Ladekabeln und Netzteilen empfiehlt sich die Beachtung des GS-Prüfsiegels (Geprüfte Sicherheit).

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KO KOSMO-Redaktion
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