Start NEWS POLITIK Neben Auflösung Bosniens: Slowenien schlägt „Großalbanien“ vor
NON PAPER

Neben Auflösung Bosniens: Slowenien schlägt „Großalbanien“ vor

(FOTO: zVg.)

In den vergangenen Tagen sorgte das non paper, welcher der slowenische Premier Janez Janša an die EU geschickt haben soll, für unzählige Schlagzeilen. Das Dokument wurde nun geleaked und neben einer Teilung Bosniens wird auch eine albanische Lösung vorgeschlagen.

Die Gerüchte rund um dieses inoffizielle Dokument wurden immer heftig bestritten, sowohl von slowenischer als auch EU-Seite. Das slowenische Portal necenzrurano.si veröffentlichte Scans des Dokuments, welche neue Details ans Tageslicht brachten. (KOSMO berichtete)

Bosniakisches Bosnien, „Großserbien“ & „Großalbanien“
Im non paper werden in der Einleitung „ungelöste nationale Probleme von Serben, Albanern und Kroaten“ erwähnt, welche man mit diversen „Grenzkorrekturen“ und Zusammenschlüssen lösen möchte. Dieses Vorgehen könnte die Aufnahme der restlichen Balkan-Staaten in die NATO und die EU bedeutend beschleunigen, so die Autoren des Dokuments.

Insofern die „Bosnien-Frage“ mit der Vereinigung eines Großteils der Republika Srpska mit Serbien und die kroatischen Kantone Bosniens mit Kroatien vereinigt oder dem kroatischen Teil Bosniens ein besonderer Status zugesprochen würde, dann würde ein unabhängiger, funktionierender Staat für Bosniaken mit voller Verantwortung bleiben.

Gleichzeitig müsste Serbien einer Vereinigung des Kosovo mit Albanien zustimmen. Außerdem würde dem nördlichen Teil des Kosovo, in welchem mehrheitlich Serben leben, ein Sonderstatus, ähnlich jenem Südtirols, zugesprochen werden.

Mandl: „Grenzen anhand ethnischer Linien sind uneuropäisch“
KOSMO führte kürzlich ein Interview mit dem EU-Abgeordneten Lukas Mandl (ÖVP) und sprach über mögliche Grenzkorrekturen und neuen Dayton-Abkommen für den Westbalkan. „Etwas wie das Dayton-Abkommen ist nicht nur unrealistisch, sondern auch gefährlich. Bei aller Freundschaft und Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten, so funktioniert Europa nicht“, betonte Mandl und fügte hinzu, dass „Grenzen anhand ethnischer Linien uneuropäisch“ seien.

Interessanterweise gab Mandl in seinem Buch auch das Beispiel Südtirol als Lösung für die Kosovo-Frage. Im Gegensatz zum vorhin erwähnten slowenischen Vorschlag würde der EU-Politiker aus Österreich jedoch niemals den Status des Kosovo als Völkerrechtssubjekt in Frage stellen. „Es geht um das Spannungsverhältnis, welches sich innerhalb Europas aufgelöst hat“, so Mandl.