Nur sechs Minuten nach dem Notruf trafen die ersten Polizisten am BORG Graz ein. Trotz des schnellen Einsatzes von Cobra und Rettungskräften forderte der Amoklauf elf Todesopfer.
Ein 21-jähriger ehemaliger Schüler drang am 10. Juni vormittags in das BORG (Bundesoberstufenrealgymnasium) in der Grazer Dreierschützengasse ein und eröffnete das Feuer auf Schüler und Lehrkräfte. Trotz des raschen Einschreitens von Polizei, Cobra und Rettungsdiensten forderte der Amoklauf elf Menschenleben. Aus dem Einsatzprotokoll, das der „Krone“ vorliegt, werden nun erste Details bekannt.
Der Notruf ging um 10 Uhr bei der Polizei ein, nachdem Schüsse und Schreie aus dem Schulgebäude gemeldet wurden. Bereits sechs Minuten später traf die erste Polizeistreife mit schwerer Schutzausrüstung am Tatort ein. In kurzer Folge rückten auch Kräfte der Schnellen Interventionsgruppe (SIG) und der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS) an.
Um 10.08 Uhr erreichte das EKO Cobra die Schule – sechs Beamte betraten das Gebäude zur Erkundung. Ein Lehrer wies die Einsatzkräfte in den dritten Stock. Der Täter hatte mit einer Schrotflinte die Türen zu den Klassenräumen aufgeschossen, in denen sich die Schüler verbarrikadiert hatten. Anschließend feuerte er mit einer Faustfeuerwaffe auf seine Opfer, bevor er sich auf einer Schultoilette das Leben nahm, wo seine Leiche später entdeckt wurde.
Schnelle Rettungsaktion
Nur neun Minuten nach dem Eintreffen der Spezialeinheiten, um 10.17 Uhr, wurden bereits die ersten Notfallsanitäter von Cobra und Polizei ins Gebäude begleitet, die sofort mit der Versorgung der Opfer begannen. Das schnelle Handeln verhinderte weitere Todesopfer, dennoch starben neun Jugendliche und eine Lehrerin an ihren Verletzungen. Mit Ausnahme eines polnischen Jugendlichen waren alle Todesopfer österreichische Staatsbürger.
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Laut Steiermärkischer Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) befanden sich am Mittwoch alle Verletzten in stabilem Zustand. Im LKH-Universitätsklinikum werden noch sechs Patienten behandelt – vier auf der Intensivstation, zwei auf der Normalstation. Die Verletzten im Alter von 15 bis 26 Jahren stammen aus Österreich (8), Rumänien (2) und dem Iran (1).
Eine Person, deren Zustand am Dienstag noch als kritisch eingestuft wurde, ist mittlerweile stabil. Im LKH Graz II/West wird ein weiterer Verletzter auf der Intensivstation betreut, dessen Zustand ebenfalls als stabil beschrieben wird. Das UKH Graz versorgt vier Patienten in stabilem Zustand.
Landesweite Trauer
Die KAGes teilte am Mittwoch mit, dass bei einem Opfer mit Gesichtsverletzungen und einem weiteren mit Knieverletzung Folgeoperationen notwendig sein werden. Österreichweit wurde am Mittwoch um 10 Uhr eine Trauerminute abgehalten. Die Kirchen beteiligten sich mit Trauergeläut, in Wien erklang auch die „Halbpummerin“, die Trauerglocke des Stephansdoms.
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Der ORF unterbrach sein Programm in Fernsehen und Radio, während die Wiener Linien rund 900 Fahrzeuge für eine Minute zum Stillstand brachten.
Auch zu Beginn des Ministerrats wurde eine Schweigeminute eingelegt.
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