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Energiesicherheit

Neue Gas-Ära: Volle Speicher, fallende Preise und Österreichs zweite Chance

Neue Gas-Ära: Volle Speicher, fallende Preise und Österreichs zweite Chance
(Foto: EPA/CHRISTIAN BRUNA)
2 Min. Lesezeit |

Die Gasversorgung in Österreich steht auf soliden Beinen, auch ohne Lieferungen aus Russland. Die E-Control bestätigt, dass die heimischen Speicher mit 82,8 Terawattstunden bereits mehr Gas enthalten als das Land im Jahresdurchschnitt verbraucht. Seit 1. Jänner 2025 fließt kein russisches Gas mehr über die Ukraine nach Österreich, doch die Versorgung bleibt dank der über 90 Prozent gefüllten Gasspeicher und alternativer Lieferquellen gesichert. **Etwa die Hälfte der gespeicherten Mengen** steht österreichischen Abnehmern direkt zur Verfügung. Der E-Control-Vorstand Alfons Haber sieht zudem eine Entspannung bei den Gaspreisen: Für 2027 liegt der Großhandelspreis mit 31 Euro pro Megawattstunde sogar unter dem aktuellen Börsenpreis von 35 Euro.

Für Österreich könnte sich eine neue Perspektive als Gastransitland eröffnen. Ein mögliches EU-Verbot für russische Gasimporte könnte nach 2027 zu sinkenden Netzgebühren führen. Dies würde dem Land die Chance bieten, wieder als Drehscheibe zu fungieren und westliches Gas in die Slowakei, nach Ungarn und in die Ukraine weiterzuleiten.

Veränderte Gasströme

Die einstige Bedeutung Österreichs als zentrales Transitland für russisches Gas ging mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine verloren – und damit auch die entsprechenden Einnahmen. Nachdem die OMV ihren langfristigen Vertrag mit Gazprom gekündigt hat, fließt der Großteil des Gases nun über Deutschland nach Österreich. Die Bezugsquellen haben sich diversifiziert: Norwegen liefert einen bedeutenden Anteil, ergänzt durch Flüssiggas aus Terminals in Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Italien. Der **milde Winter** und die gesunkenen Verbrauchsmengen kommen der stabilen Versorgungslage zusätzlich zugute.

LNG-Importe steigen

Die EU hat ihre LNG-Importe (Flüssiggas) seit Kriegsbeginn nahezu verdoppelt. Im ersten Halbjahr 2025 wurden 836 Terawattstunden eingeführt, wobei 55 Prozent aus den USA stammten. Das von US-Präsident Donald Trump mit der EU ausgehandelte Handelsabkommen könnte diesen Anteil weiter steigern.

Die E-Control hält jedoch die kolportierten 700 Milliarden Euro, die die EU für amerikanisches Öl und Gas ausgeben soll, für überzogen.

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KO KOSMO-Redaktion
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