Ein Spanier, ein historischer Auftrag und gleich ein Härtetest: Tschechiens neuer Nationaltrainer startet unter besonderen Vorzeichen.
Santi Denia betritt historisches Terrain: Der Spanier übernimmt als erster ausländischer Trainer überhaupt das Ruder der tschechischen Fußballnationalmannschaft – und steht gleich zum Auftakt vor einer echten Bewährungsprobe. Am Samstag wartet in der Nations League Kroatien. Denia lässt dabei keinen Zweifel an seiner Fokussierung: „Wir können weder an England noch an Spanien denken. Nur an Kroatien.“
Spanische Handschrift
Der 50-Jährige bringt beachtliche internationale Referenzen mit. 2024 führte er die spanische Olympiaauswahl zum Titel, zuletzt betreute er den katarischen Klub Al-Shahaniya. Den Weg nach Tschechien ebnete ihm sein ehemaliger Teamkollege Radek Bejbl, der den Kontakt zum Verband herstellte.
Zwei Treffen mit dem Verbandspräsidenten in New York sowie Gespräche mit Verbandsdirektor Pavel Nedved folgten – und schließlich die Einigung. Denia sieht seine neue Aufgabe als Chance, spanische Fußballphilosophie in Tschechien zu verankern und einen nachhaltigen Entwicklungsprozess anzustoßen. Auch sein Trainerteam trägt spanische Handschrift: Sowohl Co-Trainer als auch Konditionstrainer kommen aus seiner Heimat.
Kaderwechsel als Chance
Zum Auftakt wartet mit Kroatien kein einfacher Gegner – und mit Luka Modric kein gewöhnlicher Spieler. Der 41-jährige Kapitän der Kroaten (Geburtstag 9. September) ist für Denia schlicht „ein Vorbild für alle“. Der kroatische Fußballverband bestätigte Anfang September, dass Modrić für die anstehenden Nations-League-Spiele zur Verfügung steht.
Erschwerend kommt hinzu, dass mit Patrik Schick, Tomas Holes und Petr Sevcik gleich mehrere erfahrene Kräfte ihren Rücktritt aus dem Nationalteam erklärt haben. Denia nimmt das sportlich: „Persönliche Entscheidungen muss man respektieren.“ Stattdessen richtet er den Blick nach vorne und sieht in der veränderten Kadersituation eine Chance für die nachrückenden Spieler: „Das ist eine gute Gelegenheit für die Fußballer zu sagen: ‚Hier bin ich, ich will für die Nationalmannschaft spielen.'“