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SPEZIALLABOR IN NÖ

Österreich maßgeblich an vielversprechendem Corona-Impfstoff beteiligt

Symbolbilder (FOTOS: iStockphotos)

Bei der Entwicklung des bisher vielversprechendsten Corona-Impfstoffes der Firmen BioNTech und Pfizer, spielt auch Österreich eine große Rolle. Denn in einem kleinen Speziallabor der Firma Polymun in Klosterneuburg (NÖ) entstand die Grundlage für den Corona-Impfstoff.

Das deutsche Biotechunternehmen BioNTech steht mit seinem möglichen COVID-19-Impfstoff vor dem Durchbruch (KOSMO berichtete): Die Impfung, an der BioNTech gemeinsam mit US-Partner Pfizer arbeitet, soll in einer Studie bei 90% der Probanden wirksam gewesen sein. Demnach war das Risiko, an Corona zu erkranken, für Studienteilnehmer, die den Impfstoff erhielten, um mehr als 90 Prozent geringer als ohne Injektion. Noch im November will man den Zulassungsantrag für den Corona-Impfstoff stellen. Doch diese EU-weite Hoffnung wäre nicht möglich ohne die Mithilfe von Österreich.

Es ist ein vergleichsweise kleines Speziallabor aus Klosterneuburg in Niederösterreich, auf dass die Pharmariesen vertrauen. Gleich vier globale Konzerne, wie zum Beispiel auch US-Gigant Pfizer, das am aktuell aussichtsreichsten Projekt gegen Corona beteiligt ist, arbeiten mit Polymun zusammen:

„Wir liefern sozusagen die nötige Gentechnik für den Impfstoff“, bestätigen Polymun-Geschäftsführer Dr. Dietmar Katinger und Prokurist Dr. Thomas Hemetsberger. 90 Mitarbeiter des Unternehmens leisteten wertvolle Hintergrundarbeit für die Impfung: Die Firma setzt die Hauptkomponenten des Impfstoffs zusammen und arbeitet zudem an drei weiteren Corona-Impfprojekten mit.

Woraus besteht der COVID-19-Impfstoff?
Das UnternehmenPolymun setzt die Hauptkomponenten des vielversprechenden Impfstoffs zusammen und hat dafür die Lipid-Nanopartikel entwickelt (also quasi die Trägersubstanz). Diese sorgen dafür, dass der Körper erstmals zur Bildung von Covid-19-Antikörpern angeregt wird, welche die Viren vor dem Eindringen in die Zellen abfangen und bekämpfen können.

BNT162b2 ist der noch sperrige Name des Impfstoffs von BioNTech und Pfizer, der sich im Zulassungsprozess befindet. Die Nachfrage danach ist sehr groß. Österreich, als Mitwirker, sicherte sich natürlich bereits den Impfstoff. Jedoch gibt es noch einige Fragen, die rund um den Wirkstoff offen sind…

Wie viele Dosen bekommt Österreich?
Über ein gemeinsames Beschaffungsprogramm der EU für alle Mitgliedsstaaten gelangt auch Österreich an den heißumkämpften Impfstoff. Nationale Alleingänge gibt es keine. Am Dienstag handelte die EU den Vertrag mit den Firmen aus.

Die Verteilung innerhalb der EU erfolgt dabei nach Bevölkerungszahl. Die Zahl der Infizierten ist irrelevant. Österreich erhält zwei Prozent von jedem Impfstoff, den die EU einkauft. Von BNT162b2 sind es 300 Millionen Impfdosen – Österreich bekommt demnach mindestens 6 Millionen Dosen, das würde für drei Millionen Menschen reichen (pro Immunisierung sind zwei Dosen nötig). Es gibt auch Verträge mit drei anderen Pharmafirmen, die an einem Impfstoff forschen.

Wann ist es so weit?
Das hängt davon ab, wann die Zulassung abgeschlossen ist. Gesundheitsminister Anschober rechnet damit, dass die ersten Impfdosen im ersten Quartal 2021 geliefert werden.

Wie bereits bekannt, liegt die Wirksamkeit der Impfung bei 90 Prozent. Allerdings wurden die Daten noch nicht zur Überprüfung für andere Forscher zugänglich gemacht. Auch das Ausmaß der Nebenwirkungen ist noch unklar. Laut BioNTech und Pfizer gibt es keine schweren Nebenwirkungen, doch der Beobachtungszeitraum ist „noch zu kurz“ für eine abschließende Bewertung, so die Forscher.

Offen bleibt bislang…
…wie lange die Impfung anhält und ob der Impfstoff bei allen Menschen, besonders bei Kindern und älteren Personen, gleich gut wirkt.

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