Österreich raucht – und das mehr als fast alle anderen EU-Länder. Neue Zahlen zeigen, wo das Land im europäischen Vergleich wirklich steht.
Beim täglichen Konsum von Tabak und verwandten Produkten – darunter herkömmliche Zigaretten, E-Zigaretten, Tabak zum Erhitzen sowie Nikotinbeutel – zählt Österreich zu den Spitzenreitern innerhalb der Europäischen Union. Lediglich fünf Mitgliedstaaten weisen einen noch höheren Anteil an regelmäßigen Konsumenten auf. Das geht aus einer aktuellen Erhebung des EU-Statistikamts Eurostat hervor.
An der Spitze liegt Bulgarien, wo 26,3 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren täglich zu solchen Produkten greifen. Dahinter folgen Schweden mit 23,9 Prozent und Kroatien mit 23,6 Prozent. Zypern und Griechenland kommen jeweils auf 22,6 Prozent – und unmittelbar danach rangiert Österreich.
Aufgeschlüsselt nach Geschlecht zeigt sich: 22,9 Prozent der österreichischen Männer und 16,5 Prozent der Frauen konsumieren täglich. Besonders auffällig ist der Frauenanteil: Nur Kroatien mit 18,9 Prozent und Bulgarien mit 18,7 Prozent liegen in dieser Kategorie noch höher.
Westeuropa deutlich darunter
Im westlichen Teil Europas fallen die Werte deutlich geringer aus. Die niedrigsten Quoten verzeichnen die Niederlande mit 9,9 Prozent, gefolgt von Irland mit 11,7 Prozent, Belgien mit 13,6 Prozent und Luxemburg mit 13,8 Prozent. Auch Deutschland liegt mit 14,9 Prozent unterhalb des EU-Durchschnitts von 16,5 Prozent.
Generell greifen Männer in der gesamten EU deutlich häufiger täglich zu Tabak oder verwandten Produkten als Frauen: Der Männeranteil beträgt 20,8 Prozent, jener der Frauen 12,6 Prozent. Beim Vergleich der Männer belegt Österreich Platz zwölf – weit abgeschlagen hinter den Spitzenwerten aus Bulgarien mit 34,7 Prozent, Zypern mit 32,3 Prozent und Schweden mit 31,5 Prozent.
Den höchsten täglichen Konsum weist Eurostat in der Altersgruppe der 35- bis 49-Jährigen aus, wo EU-weit 21,3 Prozent der Personen täglich konsumieren. Dahinter folgen die 25- bis 34-Jährigen mit 19,9 Prozent sowie die 50- bis 64-Jährigen mit 19,8 Prozent. In der jüngsten erfassten Gruppe liegt der Anteil bei 12,1 Prozent, in der ältesten bei lediglich 9,1 Prozent.
Rückgang seit 2022
Im Vergleich zu 2022 ist der tägliche Konsum EU-weit leicht zurückgegangen. Vor drei Jahren lag der Anteil noch bei 17,5 Prozent, zuletzt waren es 16,5 Prozent. Bei Männern sank der Wert von 22,2 auf 20,8 Prozent, bei Frauen von 13,1 auf 12,6 Prozent.
Auch in Österreich ist ein Rückgang erkennbar: Der Gesamtanteil fiel von 20,7 auf 19,6 Prozent. Bei Männern ging er von 24,6 auf 22,9 Prozent zurück, bei Frauen von 17,1 auf 16,5 Prozent.
Zwischen 2022 und 2025 verzeichneten insgesamt 17 EU-Staaten einen Rückgang beim täglichen Konsum. Den stärksten Rückgang gab es in Spanien und Luxemburg, wo die Werte jeweils um 2,1 Prozentpunkte sanken.
Den deutlichsten Anstieg verzeichneten hingegen Kroatien und Litauen mit einem Plus von jeweils 2,7 Prozentpunkten.