In einer beispiellosen Wärmewelle hat der meteorologische Frühling 2024 in Österreich historische Temperaturrekorde gebrochen.

Gesophere Austria, die meteorologische Behörde des Landes, bestätigt, dass dieser Frühling, als Teil einer Serie ungewöhnlich warmer Jahreszeiten, der wärmste seit Beginn der österreichischen Wetteraufzeichnungen war.
Rekordtemperaturen hallen durch die Geschichte
In den Gipfelregionen Österreichs überstiegen die Temperaturen den langjährigen Durchschnitt um 1,6 Grad Celsius, was den dritten Rang in der über 174 Jahre andauernden Messhistorie einnimmt. Nicht nur im Tiefland, sondern auch flächendeckend quer durch das Land markieren die Monate März, April und Mai des Jahres 2024 als die wärmsten in der 258-jährigen Aufzeichnungsgeschichte. Ein kurzfristiger Kälteeinbruch im April bildete die Ausnahme in einer ansonsten extremen Wärmephase.
Ein Blick auf vergangene Frühlinge
Eine Analyse der zehn wärmsten Frühlinge seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1767 zeigt, dass mit Ausnahme von zwei frühen Jahren (1811 und 1794) die meisten dieser Rekorde in neuerer Zeit aufgestellt wurden, darunter die Jahre 2024, 2007, 2018, 2011, 2000, 2017, 2009 und 2014. Alexander Orlik, ein Klimatologe bei Geosphere Austria, merkt an, dass zu warme Frühlingsperioden seit den 1990er-Jahren beinahe die Regel und kühle Frühlinge die Ausnahme geworden sind.
Wetterkapriolen bremsen Pflanzenentwicklung
Die wetterbedingten Ausreißer im April verursachten nicht nur Frostschäden an Wein- und Marillenkulturen, sondern bremsten auch generell den Pflanzenwachstum. Die vorhergehenden überdurchschnittlich warmen Monate hatten die Entwicklung vieler Pflanzenarten dermaßen beschleunigt, dass einige die frühesten Blühzeiten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1946 verzeichneten.
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Niederschlagsmuster zeigen regionale Unterschiede
Der Frühling 2024 zeichnete sich des Weiteren durch überdurchschnittliche Niederschlagsmengen aus, was ihn zur fünften aufeinanderfolgenden feuchteren Jahreszeit seit dem Frühjahr 2023 macht. Die Niederschlagsverteilung variierte jedoch erheblich je nach Region. Während einige Gebiete nahezu durchschnittliche bis leicht trockene Bedingungen aufwiesen, verzeichneten vor allem der Westen und Süden des Landes sowie Teile Oberkärntens erheblich mehr Niederschlag als üblich.
Tornados als beispielhafte Extremwetterereignisse
Hervorhebend für die Extremwetterbedingungen waren zwei Tornados, die am 21. Mai 2024 in Graz-Eggenberg und Schattendorf Schäden verursachten. Obwohl Tornados in Österreich generell als selten gelten, zeigt die systematische Analyse von Sturmschäden seit 1998, dass das Land durchschnittlich vier Tornados pro Jahr erlebt, wobei die Zahl der Ereignisse stark schwanken kann.