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Rechtsstreit

ORF droht Millionen-Klage nach Weißmann-Vorwürfen

ORF droht Millionen-Klage nach Weißmann-Vorwürfen
Foto: iStock, epa/CHRISTIAN BRUNA
2 Min. Lesezeit |

Rauswurf, Gegenklagen, Millionenforderungen: Der Fall Weißmann entwickelt sich zum juristischen Großkonflikt mit dem ORF.

Roland Weißmann ist nicht mehr nur als Generaldirektor des ORF zurückgetreten – der öffentlich-rechtliche Sender hat ihm inzwischen auch die Kündigung ausgesprochen. Weißmann bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe und kündigt an, rechtlich gegen den ORF vorzugehen. Der ursprünglich in einer Aussendung des Senders formulierte Vorwurf der sexuellen Belästigung gilt laut Compliance-Experten als nicht haltbar und wurde nicht aufrechterhalten. Eine ORF-Mitarbeiterin warf Roland Weißmann unangemessenes Verhalten zu Beginn seiner Amtszeit als Generaldirektor im Jahr 2022 vor. Der Stiftungsrat wurde über die Vorwürfe gegen einen Anwalt in Kenntnis gesetzt und trat daraufhin an Weißmann heran.

Klage gegen ORF

Weißmann beabsichtigt, den ORF auf Verdienstentgang und Rufschädigung zu klagen. Sein Rechtsvertreter Oliver Scherbaum will dabei sowohl das entgangene Gehalt bis zum Ende der laufenden Periode als auch jenes für die folgenden fünf Jahre einklagen – mit der Begründung, dass eine Wiederwahl ohne die Vorwürfe mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgt wäre. Angesichts eines Jahresgehalts von 427.000 Euro könnte das Verfahren für den ORF erhebliche finanzielle Folgen haben. „Da wird der ORF haften für diesen Schaden“, erklärte der Anwalt.

Regressansprüche möglich

Arbeitsrechtsexpertin Katharina Körber-Risak hält es für denkbar, dass der ORF seinerseits Regressansprüche gegenüber jenen Mitgliedern des Stiftungsrats geltend macht, die an dem entstandenen Schaden beteiligt waren. Sie übte dabei deutliche Kritik an der „voreiligen Veröffentlichung völlig ungeprüfter Vorwürfe“. Die Stiftungsratsspitze weist diese Einschätzung zurück und betont, dass der betreffende Text unter Einbindung von Anwälten, dem gesamten Direktorium sowie der amtierenden ORF-Chefin sorgfältig erarbeitet worden sei.

Die ausgesprochene Kündigung Weißmanns wird von dieser Seite als Bestätigung des eigenen Vorgehens gewertet, wie auf Ö1 berichtet wurde.