Nach glühender Hitze folgt nun das große Beben: Kroatien rüstet sich für heftige Unwetter mit Sturmböen und Starkregen, während Norditalien bereits erste Opfer beklagt.
Nach einer außergewöhnlichen Hitzewelle mit Temperaturen jenseits der 35-Grad-Marke steht Kroatien nun ein markanter Wetterumschwung bevor. Das kroatische meteorologische und hydrologische Institut DHMZ hat entsprechende Warnungen herausgegeben: Für Slawonien, Istrien, Kvarner und Dalmatien gilt die Warnstufe Orange, während der Rest des Landes unter gelber Warnstufe steht. Besonders die Region um Rijeka muss sich auf intensive Niederschläge, Gewitter und einen deutlichen Temperatursturz einstellen.
Die ersten Auswirkungen des Unwetters zeigten sich bereits am Sonntagnachmittag. Das Regionale Katastrophenschutzamt Rijeka verzeichnete rund 20 Meldungen über umgestürzte Bäume. In einem Fall traf ein Baum zwei Fahrzeuge, glücklicherweise ohne Personenschaden. Die Hafenstadt Rijeka wurde von Sturmböen und Regenschauern heimgesucht, die Äste auf Straßen warfen und Gebäudeschäden verursachten.
Laut dem kroatischen Staatsfernsehen HRT wurde für die Region aufgrund der drohenden schweren Gewitter sogar die höchste Warnstufe Rot ausgerufen. In Istrien drohen zusätzlich orkanartige Sturmböen und Hagelschlag.
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📍 Ort des Geschehens
Wetterprognose Kroatien
Die Prognose für die kommenden Tage sieht landesweit Regen und Gewitter für Kroatien vor. Der Westen des Landes wird besonders von starken Niederschlägen betroffen sein. An der Adriaküste werden mäßige Süd- und Südwestwinde mit kräftigen Schauern und stürmischen Böen erwartet.
Die Tageshöchstwerte pendeln sich überwiegend zwischen 20 und 30 Grad ein. Zum Wochenstart kühlt es spürbar ab, wobei vor allem in Regionen wie Karlovac mit Gewittern und Regenfällen zu rechnen ist.
Erst vor wenigen Wochen, Mitte Juni, verwüsteten schwere Unwetter Teile Istriens mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 110 km/h. In Rovinj strandeten zahlreiche Yachten, und Notfallteams mussten über 100 Einsätze innerhalb von 24 Stunden bewältigen. Bei diesem Unwetter wurden sieben Menschen verletzt, darunter auch Urlauber. Besonders beeindruckend: Meteorologen registrierten mehr als 2.000 Blitzeinschläge innerhalb einer Stunde. Die Behörden verzeichneten damals 180 Hilferufe in kürzester Zeit.
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Unwetter in Mailand
Auch Norditalien wurde am Sonntagnachmittag von schweren Unwettern erfasst, insbesondere die Region rund um Mailand. Ein plötzliches Gewitter mit Starkregen, Sturm und Hagel forderte ein Todesopfer nahe der Metropole und verletzte zwei weitere Personen. Eine 63-jährige Frau wurde während eines Spaziergangs von einem umstürzenden Baum getroffen und tödlich verletzt.
Ihre beiden Begleiter erlitten Verletzungen und wurden in die Krankenhäuser von Legnano und Como eingeliefert, wie Medienberichte bestätigen.
In zahlreichen Stadtteilen Mailands sprach man von einer regelrechten „Wasserbombe“. Besonders der westliche Teil der Stadt wurde in Mitleidenschaft gezogen. Die Zivilschutzbehörde rief die Alarmstufe Orange aus und warnte vor Hagel und Überschwemmungen.
Vorsorglich wurden sämtliche Parks der Stadt gesperrt. Bei der Mailänder Feuerwehr gingen über 150 Notrufe ein – wegen überfluteter Unterführungen, umgestürzter Bäume, vollgelaufener Keller und losgerissener Werbetafeln.
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Die Hitzewelle, von Meteorologen als „Antizyklon Pluto“ bezeichnet, ist vorerst abgezogen. Experten zufolge werden die Temperaturen in der kommenden Woche sinken, doch die Unwettergefahr bleibt bestehen. Gegen Ende der nächsten Woche könnte eine neue Hitzewelle aufziehen.
Trotz der möglichen Rückkehr sommerlicher Temperaturen in der kommenden Woche bleiben aktuell die Unwetterwarnungen mit potenziellen Überschwemmungsgefahren in Kraft.