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Politik

Pakistan bombardiert Afghanistan – mit Unterstützung der USA

Pakistan bombardiert Afghanistan – mit Unterstützung der USA
FOTO: EPA/STRINGER
3 Min. Lesezeit |

Luftangriffe, Gegenschläge, ein offener Krieg – und nun positioniert sich Washington eindeutig in einem Konflikt mit globaler Sprengkraft.

Washington stellt sich im eskalierenden Konflikt zwischen Pakistan und den in Afghanistan regierenden Taliban klar auf die Seite Islamabads. Ein Sprecher des US-Außenministeriums erklärte am Freitag, die Vereinigten Staaten unterstützten das Recht Pakistans, sich gegen Angriffe der Taliban zu verteidigen. Zur Begründung verwies der Sprecher auf die offizielle Einstufung der Taliban durch Washington: „Die Taliban haben ihre Zusagen zur Terrorismusbekämpfung immer wieder nicht eingehalten.“ Die Gruppe gilt in den USA als „besonders ausgewiesene globale Terrorgruppe“.

Offener Krieg

Dem war eine deutliche Eskalation vorausgegangen. Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Muhammad Asif hatte bereits von einem „offenen Krieg“ mit den Taliban gesprochen. Am vergangenen Wochenende führte Pakistan Luftangriffe auf afghanisches Territorium durch und bombardierte nach eigenen Angaben Taliban-Stellungen in mehreren Städten, darunter in Kabul und Kandahar. Nach Angaben der Taliban wurden bei den pakistanischen Luftangriffen in Nangarhar 18 Zivilisten getötet, darunter 11 Kinder, während Pakistan die Zerstörung von sieben TTP-Verstecken und die Tötung von über 80 Militanten meldete. Die Taliban reagierten am Donnerstag mit Gegenschlägen entlang der gemeinsamen Grenze. Am 26. Februar 2026 startete Afghanistan eine Gegenoffensive gegen Pakistan, woraufhin Pakistan die Operation Ghazab Lil Haq gegen die Taliban einleitete.

Im Kern des Konflikts steht ein Vorwurf, den Pakistan seit Längerem erhebt: Die seit 2021 erneut in Kabul herrschenden Taliban sollen pakistanischen Extremisten aus demselben ideologischen Umfeld Schutz und Rückzugsräume gewähren. Die Taliban bestreiten das. Militärisch ist das Kräfteverhältnis eindeutig – Pakistan verfügt über Atomwaffen und ist Afghanistan auch bei konventionellen Streitkräften weit überlegen. Zudem gilt Pakistan als wichtiger Nicht-NATO-Verbündeter der Vereinigten Staaten.

⇢ Pakistan erklärt Taliban „offenen Krieg“ – Explosionen über Kabul

EU fordert Deeskalation

Auch die Europäische Union meldete sich zu Wort. Sie rief beide Seiten zur Deeskalation und zu einem Dialog auf und forderte ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen. EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte in der Nacht auf Samstag: „Die EU bekräftigt, dass das afghanische Staatsgebiet nicht dazu genutzt werden darf, andere Länder zu bedrohen oder anzugreifen, und fordert die De-facto-Behörden in Afghanistan auf, wirksame Maßnahmen gegen alle Terrorgruppen zu ergreifen, die in oder von Afghanistan aus operieren.“

Die Geschichte des Verhältnisses zwischen Washington und den Taliban ist von tiefen Brüchen geprägt. Nach den Anschlägen des 11. September 2001 entmachteten die USA die Taliban durch einen internationalen Militäreinsatz. Zwei Jahrzehnte später kehrten die Taliban an die Macht zurück – unmittelbar nach dem abrupten Abzug der US-Truppen im Jahr 2021. Die Gruppe ist in der Guerillakriegsführung erfahren und hatte jahrzehntelang gegen von den USA geführte Streitkräfte gekämpft.

Im aktuellen Konflikt mit Pakistan signalisierten die Taliban nun ihre Bereitschaft zu Verhandlungen.

⇢ Waffenstillstand zerbrochen: Pakistan feuert auf Ziele in Afghanistan

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KO KOSMO-Redaktion
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