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Parkraumüberwachung

Parksünder zittern: Wiens neue Scan-Autos sehen alles

Parksünder zittern: Wiens neue Scan-Autos sehen alles
(istockphoto: Scann Car)
3 Min. Lesezeit |

In Wien beginnt nun der Testbetrieb für eine neuartige Methode zur Überwachung von Parkzonen. Die Bundeshauptstadt setzt künftig auf sogenannte „Scan-Cars“, die Kennzeichen geparkter Fahrzeuge automatisch erfassen können. Nach der Testphase ist die reguläre Inbetriebnahme zum Jahresende geplant.

Die Parksheriffs der Stadt erhalten damit eine technologische Aufwertung ihrer Arbeitsmittel. Mittels auf den Fahrzeugen montierten Kameras können die Nummerntafeln abgestellter Autos systematisch überprüft werden. Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) betonte den Pioniercharakter dieser Initiative: Obwohl solche Systeme in verschiedenen europäischen Städten bereits zum Einsatz kommen, ist Wien das erste österreichische Stadtgebiet, das diese Technologie implementiert. Als Hauptgrund für die Einführung nannte Sima die Verdoppelung der Kontrollflächen seit Einführung des flächendeckenden Parkpickerls im Jahr 2022.

Entlastung der Mitarbeiter

Michelle Krumpschmid, Leiterin der zuständigen Magistratsabteilung 67, verwies auf die erhebliche körperliche Belastung der Kontrollorgane, die täglich bis zu 15 Kilometer zu Fuß zurücklegen. In zwölf Wiener Außenbezirken wird diese Arbeit nun durch den Einsatz der mit Dachsensoren ausgestatteten Elektrofahrzeuge erleichtert. Bei den Kontrollfahrten sind stets zwei Personen an Bord: Ein Fahrer, der sich ausschließlich auf den Verkehr konzentriert, sowie ein Überwachungsorgan, das die Daten der gescannten Fahrzeuge auswertet. Das System prüft automatisch, ob für das erfasste Kennzeichen ein digitaler Parkschein oder eine Anwohnerberechtigung registriert ist.

Bei fehlenden digitalen Nachweisen erfolgt jedoch keine automatische Bestrafung. In solchen Fällen halten die Mitarbeiter an und untersuchen das betreffende Fahrzeug genauer – etwa auf einen hinter der Windschutzscheibe platzierten Papierparkschein. Verdachtsfälle werden somit immer persönlich überprüft. Die städtischen Kontrolleure nutzen dabei ein iPad im Fahrzeug, auf dem fehlende digitale Parknachweise angezeigt werden.

Technische Umsetzung

Das österreichische Unternehmen CPB erhielt den Zuschlag für die technische Realisierung des Projekts. Geschäftsführer Martin Schanda versicherte, dass das System auch bei eng geparkten Fahrzeugen zuverlässig funktioniere. Besonderes Augenmerk wurde auf den Datenschutz gelegt: Die aufgenommenen Kennzeichenfotos werden nicht dauerhaft gespeichert. In den kommenden Monaten testen die Verantwortlichen vier dieser Spezialfahrzeuge im Wiener Stadtgebiet. Die tatsächliche Verfolgung von Parkverstößen beginnt jedoch erst mit dem für Dezember geplanten Echtbetrieb.

Die Stadt betonte, dass das Projekt nicht zu Personaleinsparungen führen wird. Vielmehr soll das Kontrollnetz engmaschiger werden, indem freiwerdende personelle Ressourcen verstärkt in innerstädtischen Gebieten eingesetzt werden.

Für die Umsetzung des Vorhabens wurden Kosten in Höhe von rund 1,15 Millionen Euro veranschlagt.

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KO KOSMO-Redaktion
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