Das Edelmetall kennt kein Halten mehr: Gold durchbricht die 5.000-Dollar-Marke und setzt seinen Rekordlauf fort. Hinter dem Höhenflug steckt mehr als nur Krisenangst.
In der Nacht zum Montag durchbrach der Goldpreis erstmals die psychologisch bedeutsame Marke von 5.000 Dollar und setzte seinen Aufwärtstrend unmittelbar fort bis auf 5.112 Dollar. Bereits im vergangenen Jahr verzeichnete das Edelmetall in Dollar einen Wertzuwachs von 94 Prozent – der stärkste Jahresgewinn seit 1979. Seit Jahresbeginn legte Gold nochmals um 18 Prozent zu.
Für den markanten Kursanstieg gibt es mehrere Erklärungen. An den Finanzmärkten gilt das Edelmetall traditionell als Krisenschutz, auf den Anleger bei Verunsicherung zurückgreifen. Die von US-Präsident Trump verhängten Handelszölle haben im Vorjahr einen globalen Handelskonflikt ausgelöst und für erhebliche Marktturbulenzen gesorgt. Zusätzlich beschleunigten Trumps Festnahme des venezolanischen Präsidenten Maduro sowie seine provokanten Äußerungen zum Erwerb Grönlands die Preisrallye.
Geldpolitische Treiber
Die Goldpreisentwicklung wird maßgeblich durch die Geldpolitik der führenden Zentralbanken beeinflusst. Niedrigere Zinsen steigern die Attraktivität von Gold, da der typische Nachteil des Edelmetalls – keine laufenden Erträge zu generieren – bei sinkenden Zinsen weniger ins Gewicht fällt. Ein wesentlicher Preistreiber ist daher die Erwartung, dass die amerikanische Notenbank Fed ihre Geldpolitik im Laufe des Jahres weiter lockern könnte.
Marktbeobachter fragen sich zudem, ob die eigentlich unabhängige Notenbank unter neuer Führung stärker dem Druck des US-Präsidenten nachgeben wird, der deutliche Zinssenkungen fordert. Die Zentralbanken selbst zeigen seit Jahren eine konstant hohe Nachfrage nach dem Edelmetall, bedingt durch makroökonomische und politische Unsicherheiten. Eine Erhebung des World Gold Council zeigt, dass zahlreiche Notenbanken trotz der Preishöchststände planen, ihre Goldreserven weiter auszubauen.
China beispielsweise hat seine Bestände den 14. Monat in Folge erweitert. Nach Einschätzung von Marktexperten tragen diese kontinuierlichen Käufe wesentlich zur Preisstabilisierung bei. Gold dient Anlegern auch als Absicherung gegen Währungsschwankungen. Der Goldpreis entwickelt sich typischerweise gegenläufig zum Dollar. Ein schwächerer US-Dollar macht das in der amerikanischen Währung gehandelte Edelmetall für Käufer aus anderen Währungsräumen günstiger und stimuliert dadurch die Nachfrage.
Im vergangenen Jahr verlor der US-Dollar-Index rund neun Prozent an Wert. Die zunehmenden Aktivitäten von Investmentfonds und ETFs spielen eine entscheidende Rolle für die Goldpreisentwicklung. Erhöhte Liquidität an den Börsen steigert generell das Interesse an verschiedenen Anlageklassen und treibt die Kurse nach oben. Eine positive Grundstimmung am Markt kann eine Eigendynamik entfalten und spekulative Transaktionen verstärken.
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Rekordnachfrage
Eine von TechGaged.com durchgeführte Auswertung von Google-Trends-Daten belegt, dass die weltweiten Suchanfragen zum Begriff „how to buy gold“ im Dezember des Vorjahres einen historischen Höchststand erreichten – das stärkste Interesse am Goldkauf seit Beginn der Google-Datenerfassung im Jahr 2004. Ungeachtet der bereits erreichten Rekordwerte halten einige Finanzinstitute noch höhere Goldpreise für realistisch.
Die US-Investmentbank Goldman Sachs korrigierte kürzlich ihre Prognose für Ende 2026 von 4.900 auf 5.400 Dollar je Feinunze nach oben. Gleichzeitig warnen verschiedene Fachleute vor einer Übertreibung des aktuellen Gold-Höhenflugs. Parallel zur Goldpreisentwicklung verzeichnete auch Silber massive Kursgewinne. Der Silberpreis übersprang zuletzt die 100-Dollar-Marke und erreichte etwa 110 Dollar.
In den ersten Wochen dieses Jahres verteuerte sich das Edelmetall bereits um mehr als 50 Prozent.
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Im Vorjahr war der Silberpreis sogar um fast 150 Prozent gestiegen und übertraf damit deutlich die Wertentwicklung von Gold. Silber wird ebenfalls als wichtiger Zufluchtsort für Anleger betrachtet und hat zudem als Industriemetall große Bedeutung für zahlreiche Anwendungen in den Bereichen KI, Robotik und Energie.
In jüngster Zeit kam es wiederholt zu regionalen Angebotsengpässen bei Silber.
Das Interesse wurde zusätzlich durch die Aufnahme des Metalls in die US-Liste kritischer Rohstoffe verstärkt.