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Bildungsreform

Plan Z“: Wiederkehr will Schulsystem komplett umkrempeln

Plan Z“: Wiederkehr will Schulsystem komplett umkrempeln
FOTO: iStock, BKA/Florian Schrötter
3 Min. Lesezeit |

Mit seinem „Plan Z“ will Bildungsminister Wiederkehr das Schulsystem revolutionieren. Statt Faktenwissen sollen künftig vier zentrale Kompetenzen im Mittelpunkt stehen.

Bildungsminister Wiederkehr übte in seiner kürzlich gehaltenen Grundsatzrede scharfe Kritik am österreichischen Bildungssystem. „Schule bereitet nicht aufs Leben vor“, lautete sein ernüchterndes Fazit. Als Gegenentwurf präsentierte der Neos-Politiker seinen „Plan Z“, wobei der Buchstabe programmatisch für Zukunft steht. Dieser Plan soll die pädagogischen Konzepte auf ein Niveau heben, das den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts entspricht.

In der ORF-Sendung „ZIB2“ vertiefte Wiederkehr am Sonntag im Gespräch mit Martin Thur seine Reformvorstellungen. Er betonte, seine bisherige Amtszeit habe er vorrangig der Problemlösung gewidmet – etwa durch die Einführung eines Handyverbots. Mit dem „Plan Z“ wolle er nun fundamentalere Fragen angehen. Sein Kerngedanke: Die Schulbildung müsse sich von der reinen Wissensvermittlung lösen und stattdessen verstärkt auf Kompetenzentwicklung setzen.

Auf die Frage, ob bestimmte Unterrichtsfächer künftig entfallen könnten, gab sich der Minister zurückhaltend. Er plädierte zwar für eine „tabufreie“ Diskussion, verwies jedoch darauf, dass man erst am Beginn dieses Diskurses stehe. Wiederkehr formulierte die aus seiner Sicht zentrale Frage: „Was bereitet uns auf das Leben vor? Welche Kompetenzen benötigen wir?“ Dabei nannte er vier wesentliche Fähigkeiten, die im Bildungssystem verankert werden müssten: Kritikfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Kooperationsfähigkeit und Kreativität.

Zeitgemäße Bildung

Zur Veranschaulichung seiner Kritik am gegenwärtigen System griff der Minister auf ein persönliches Beispiel zurück. In seiner eigenen Schulzeit habe er „40 Flüsse in Europa gelernt“ – ein Wissen, das heute in dieser Form nicht mehr relevant sei. Entscheidend sei vielmehr, Faktenwissen anwenden und kontextualisieren zu können. Auf Thurs Nachfrage zur Zeitgemäßheit des Lateinunterrichts antwortete Wiederkehr differenziert: Das Fach habe durchaus seine Berechtigung, müsse aber nicht in allen Schulformen obligatorisch sein – was bereits heute der Fall sei.

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Föderalismus-Debatte

Deutlich ablehnend reagierte der Minister auf den Vorschlag der Salzburger Landeshauptfrau, die Zuständigkeit für Gesundheit dem Bund zu übertragen und im Gegenzug die Bildungsagenden den Ländern zu überlassen. Wiederkehr kritisierte, dass bei solchen Überlegungen Kinder zur „Verschubmasse“ würden. Zudem widerspreche ein solcher Schritt seinem Ziel, die Effizienz im Bildungswesen zu steigern.

Ein föderales Bildungssystem würde nach Ansicht des Ministers zu uneinheitlichen Schulstrukturen in den Bundesländern führen. Er illustrierte die Problematik am Beispiel einer Kindergartenassistentin aus dem Grenzgebiet zwischen Salzburg und der Steiermark: Derzeit dürfe sie bei einer Anstellung in der Steiermark nicht in Salzburg arbeiten – „und das in Zeiten von europäischer Freizügigkeit“.

Wiederkehr sprach sich daher klar für eine Zentralisierung aus, die einheitliche Qualitäts-, Mindest- und Ausbildungsstandards gewährleisten würde.

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KO KOSMO-Redaktion
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