Doppelt so teuer oder günstig im Angebot? Der Schulstart wird zur Rechenaufgabe für Eltern. Wer genau hinschaut, kann bei identischen Produkten hunderte Euro sparen.
Der Schulstart wirft seine finanziellen Schatten voraus: Für viele Familien entwickelt sich die Anschaffung von Schulutensilien zu einer beachtlichen Belastung des Haushaltsbudgets. Eine aktuelle Erhebung der Arbeiterkammer Wien deckt dabei massive Preisunterschiede auf. Für identische Produkte müssen Eltern je nach Einkaufsort bis zu doppelt so viel bezahlen. Im Zeitraum vom 7. bis 14. Juli nahm die AK insgesamt 53 Schulutensilien für Volksschulkinder bei fünf Online-Handelsketten (Libro, Pagro, Thalia, Interspar und Müller) und drei Filialen genauer unter die Lupe. Die Konsumentenschützer berücksichtigten dabei überwiegend Markenprodukte und wählten bei Preisunterschieden zwischen Online- und Filialangebot jeweils den günstigeren Preis – ausgenommen bei den teuersten Schultaschen-Sets.
Das Resultat gibt zu denken: Während die Preise für Schulartikel im Jahresvergleich moderat um 0,6 Prozent angestiegen sind, zeigen sich zwischen den verschiedenen Anbietern erhebliche Preisdifferenzen.
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Extreme Preisunterschiede
Bei alltäglichen Schulartikeln fallen die Preisunterschiede besonders deutlich aus. Ein Tintenlöscher der Marke Pelikan kostet je nach Geschäft zwischen 1,25 Euro und 2 Euro – eine Differenz von 60 Prozent. Bei Stabilo-Filzstiften variieren die Preise zwischen 3,99 Euro und 6,59 Euro, was einem Preisunterschied von 65 Prozent entspricht. Auch bei Jolly-Buntstiften zeigt sich ein ähnliches Bild: Während Thalia für ein 12er-Set 9,99 Euro verlangt, kosten dieselben Stifte bei Pagro und Libro 13,49 Euro.
Selbst bei einfachen linierten Formati-Heften mit 20 Blatt schwanken die Preise zwischen 2,69 Euro bei Interspar und 3,69 Euro bei Thalia. Bei kompletten Schultaschen-Sets wird die Preisdiskrepanz noch deutlicher: Die günstigsten Modelle kosten je nach Anbieter zwischen 60 und 101 Euro, während bei Premium-Varianten die Preisspanne sogar von 80 bis 290 Euro reicht. Die Preisunterschiede nehmen teilweise extreme Ausmaße an. Ein gewöhnlicher Uhu-Klebestift kostet bei Müller 2,49 Euro, während Thalia für dasselbe Produkt 4,99 Euro verlangt – ein Preisunterschied von vollen 100 Prozent.
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Spartipps für Eltern
Die Arbeiterkammer Wien bietet konkrete Empfehlungen, wie Familien die Ausgaben für den Schulbeginn reduzieren können. An erster Stelle steht der Preisvergleich und die Nutzung von Sonderangeboten. Bei der aktuellen Untersuchung bot beispielsweise Interspar fast alle geprüften Produkte zu Aktionspreisen an. Viele Handelsketten bieten regelmäßig spezielle Schulartikel-Aktionen an, die das Sparpotenzial für Familien deutlich erhöhen. Langfristig zahlt sich auch nachhaltiger Konsum aus: Nachfüllbare Filzstifte oder qualitativ hochwertige Buntstifte erscheinen zwar in der Anschaffung teurer, überzeugen jedoch durch ihre längere Lebensdauer im Vergleich zu Billigprodukten.
Bei der Auswahl von Füllfederhaltern empfiehlt die AK, besonders auf die Qualität der Feder und eine ergonomische Griffzone zu achten, da diese Schreibgeräte täglich zum Einsatz kommen. Für Familien in finanziellen Notlagen stehen Unterstützungsangebote bereit: Schulkinder aus Haushalten, die Mindestsicherung oder Sozialhilfe beziehen, erhalten „Schulstartplus“ – eine digitale Bezahlkarte im Wert von 150 Euro pro Kind. Zusätzlich wird das reguläre Schulstartgeld automatisch mit der Familienbeihilfe für August überwiesen.
Die Expertin der Arbeiterkammer Wien rät allen Eltern eindringlich, vor dem Schulstart die Preise sorgfältig zu vergleichen und nicht beim erstbesten Anbieter zuzugreifen. Mit etwas Rechercheaufwand lassen sich beim Schulstart mehrere hundert Euro einsparen.