Dino Merlin, der renommierte Popmusiker aus Bosnien-Herzegowina, hat kürzlich verkündet, dass gleich drei seiner geplanten Konzerte in Belgrad binnen kürzester Zeit ausverkauft waren. Aufgrund der enormen Nachfrage der begeisterten Fans plant er nun ein viertes Konzert in der serbischen Hauptstadt.
Das Hochgefühl dieses Erfolges wird jedoch durch potenzielle Konflikte getrübt. Rechtsorientierte Gruppen in Serbien haben öffentliche Protestaktionen angekündigt und verlangen ein Auftrittsverbot für Merlin in Belgrad.
Sie beziehen sich dabei auf mutmaßliche Aussagen des Sängers während des Krieges im ehemaligen Jugoslawien, die angeblich gegen Serben gerichtet waren. Jedoch hat Merlin diese Anschuldigungen immer entschieden zurückgewiesen.
Eine Petition, die ein Einreise- und Auftrittsverbot für den Musiker fordert, konnte seit Ende Juli bereits mehr als 18.000 Unterschriften sammeln. Der Künstler gibt sich dennoch unbeirrt und plant, seine Tournee wie vorgesehen fortzusetzen. Bereits 2011 stand er vor ähnlichen Herausforderungen, als rechte Gruppierungen drohten, seine damaligen Konzerte zu stören.
„Ich habe nie gesagt, dass ich jemanden hasse. Dieses Verb existiert in meinem Wortschatz nicht. Das ist nicht wahr. So vieles, was in all den Jahren über mich geschrieben wurde, ist völlig erfunden“, äußerte sich Merlin 2011 in einem Interview mit TV Prva vor seinem ersten Konzert nach dem Krieg.
Seitdem ist Merlin trotz der anhaltenden Kontroversen mehrmals in Belgrad aufgetreten, zuletzt 2015. Bei allen diesen Konzerten gab es keinerlei Zwischenfälle.