Seit Wochen liegt ein Geruch über Drvar, der die Gemeinde in Atem hält – nun schaltet sich auch die Kantonsebene ein.
Seit mehr als einem Monat liegt ein unangenehmer Geruch über der Gemeinde Drvar – und die Geduld der Bevölkerung ist längst erschöpft. Eine Bürgerpetition hat die Gemeindeführung schließlich zum Handeln bewogen: Der Krisenstab fordert nun umfassende Umweltuntersuchungen, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Die Petition wurde am 31. August online gestartet – zu den Unterzeichnerinnen gehört auch Gemeindevorständin Dušica Runić selbst. Die Unterzeichner fordern ausdrücklich die Feststellung der Quelle des möglichen Luftschadstoffes, einen umfassenden Inspektionsvorgang, die Messung der Luftqualität mit Veröffentlichung der Ergebnisse sowie die Einleitung aller gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung und der Umwelt.
Geplante Untersuchungen
Geplant sind Messungen der Luft-, Boden- und Grundwasserqualität sowie Überprüfungen der Radioaktivität. Im Fokus steht dabei das Unternehmen „Suming“ d.o.o. Drvar, dessen Müllverbrennungsanlage als mögliche Quelle der Geruchsbelästigung gilt. Bereits am 1. September ordnete Gemeindevorständin Dusica Runic eine Inspektion durch den Kommunalinspektor an. Dieser soll Genehmigungen, Abfallmanagement, Betriebsbedingungen der Verbrennungsanlage sowie die Einhaltung von Vorschriften zur Luftreinhaltung und zum Umweltschutz unter die Lupe nehmen.
Die Sorge in der Bevölkerung ist groß. „Die Bevölkerung ist besorgt wegen möglicher Folgen für die Gesundheit der Menschen und die Umwelt“, heißt es seitens der Gemeinde. Runic nahm diese Bedenken ernst und veranlasste die Untersuchungen. Bislang fehlen jedoch jegliche Messungen der Luftqualität im Zusammenhang mit dieser Problematik – ein Umstand, der die Dringlichkeit des Handelns zusätzlich unterstreicht.
Kantonale Einbindung
Auch auf kantonaler Ebene ist man inzwischen eingeschaltet: Der Kantonsinspektor des Kantons Herzegbosnien (Verwaltungseinheit in Bosnien-Herzegowina) soll weitere Schritte einleiten, um mögliche Umweltschäden abzuwenden. Facheinrichtungen werden in die Untersuchungen eingebunden.