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PROVOKATIVER BANNER

Rassistische Aktion gegen neues Bosniakisches Kulturzentrum

(FOTO: zVg.)

In der Nacht auf Sonntag schändeten Unbekannte in Vöcklabruck die Baustelle des neuen „Bosniakisch-Österreichischen Kultur- und Bildungszentrums“. Die Aktion war rassistisch motiviert.

In einer Nacht und Nebel Aktion stellten Unbekannte auf der Baustelle in der Ida-Pfeiffer-Straße gegenüber der Don Bosco Schule in Vöcklabruck, auf der in kürze ein Kultur- und Bildungszentrum für die bosnische Community entstehen soll, ein acht Meter hohes, weißes Holzkreuz auf. Davor platzierten sie ein 17 Meter langes Plakat mit der Aufschrift „Islamismuszentum OÖ“. Die rassistisch motivierte Aktion sorgt für Fassungslosigkeit in der Gemeinde. Das Landesamt für Verfassungsschutz ermittelt bereits.

Kurz-Zitat aus Zusammenhang gerissen
Neben dem provokativen Banner und dem Riesen-Kreuz, brachten die Unbekannten auch eine Tafel an. Darauf zu lesen war ein Zitat von Sebastian Kurz vom 11. November 2020 zum Thema politischer Islam und Terrorismus zu lesen. Doch seine Aussage wurde dabei stark aus dem Zusammenhang gerissen:

(FOTO: zVg.)

Empörung über rassistische Aktion
Der Sprecher des oberösterreichischen Netzwerks gegen Rassismus und Rechtsextremismus, Robert Eiter, reagierte bestürzt auf die Aktion: „Erschreckend, was hier gemacht wurde. Das ist eine üble Form des Rechtsextremismus und strikt abzulehnen.“ Bisher habe es noch nie Probleme mit dem Kulturzentrum der Bosniaken in Wels gegeben, so Eiter gegenüber der Krone: „Denn gerade die Zuwanderer aus Bosnien sind eine durchwegs gut integrierte Migrantengruppe.“

Auch die Vöcklabrucker Stadtchefin Elisabeth Kölblinger (VP) zeigte sich empört über den Vorfall: „Ich bin im Gespräch mit den Vereinsvertretern und kenne sie auch. Die sind alle friedlich und es gab nie Probleme.“ Kölblinger habe auch die Polizei eingeschaltet. Nun müsse eruiert werden, wer hinter der Attacke steckt, aber eines streicht die Stadtchefin klar heraus: Die bosnische Community wird auf jeden Fall auch weiterhin die Möglichkeit zur freien Religionsausübung haben: „Wir wollen ein friedliches Vöcklabruck mit allen Glaubensgemeinschaften, und da hat so eine Aktion nichts zu suchen.“
Am Montag hatte übrigens bereits jemand das Kreuz und das Plakat auf den Boden geworfen.

Quellen und Links:

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