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Ermittlungen

Rattengift im Babybrei: Symptome kommen erst nach Tagen

Rattengift im Babybrei: Symptome kommen erst nach Tagen
FOTO: iStock/Tatiana Stepanishcheva/yukipon
3 Min. Lesezeit |

Manipulierte Babykost, internationaler Ermittlungseinsatz – und Eltern, die jetzt genau wissen müssen, worauf sie achten.

Nachdem im Burgenland mindestens ein mit Rattengift versetztes Babykostglas der Marke Hipp entdeckt wurde und die Suche nach einem weiteren möglicherweise manipulierten Glas läuft, rufen die zuständigen Stellen Konsumentinnen und Konsumenten weiterhin zur erhöhten Aufmerksamkeit auf. Die Ermittlungen erstrecken sich mittlerweile auf mehrere Länder – neben Österreich wird auch in Tschechien, der Slowakei sowie in Bayern ermittelt, wo sich der Unternehmenssitz von Hipp befindet.

Betroffen ist die Hipp-Babynahrung „Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel (190 g)“. In Tschechien und der Slowakei wurden bereits markierte Gläser polizeilich sichergestellt, erste Laboruntersuchungen ergaben einen giftigen Zusatzstoff.

Laut Polizei lassen sich verdächtige Produkte an einem weißen Aufkleber mit rotem Kreis auf dem Glasboden erkennen. Weitere Hinweise auf eine Manipulation sind ein geöffneter oder beschädigter Deckel sowie ein fehlender Sicherheitsverschluss – das typische Knackgeräusch beim erstmaligen Öffnen bleibt dann aus. Darüber hinaus weisen betroffene Produkte Auffälligkeiten in Konsistenz und Geruch auf, die auf Verderb hindeuten.

Mögliche Symptome

Rattengifte können verschiedene Wirkstoffe enthalten, die sich in ihrer gesundheitlichen Wirkung unterscheiden. Am häufigsten kommt Bromadiolon zum Einsatz, ein sogenannter Vitamin-K-Antagonist, der die Funktion von Vitamin K im Körper blockiert. Da Vitamin K für die Blutgerinnung unerlässlich ist, kann eine Vergiftung zu einer deutlich eingeschränkten Gerinnungsfähigkeit des Blutes führen.

Als mögliche Symptome gelten Zahnfleisch- und Nasenbluten, Hämatome sowie Blut im Stuhl. Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit rät Eltern, die bei ihren Kleinkindern solche Anzeichen in Verbindung mit ausgeprägter Schwäche oder Blässe beobachten, dringend dazu, ärztliche Hilfe zu suchen und dabei anzugeben, ob das Kind zuletzt Babykost zu sich genommen hat. Bei rechtzeitiger medizinischer Behandlung – insbesondere durch die Verabreichung von Vitamin K – ist eine solche Vergiftung gut therapierbar.

Empfehlungen für Eltern

Kinderärztin Monika Hartmann aus Frauenkirchen im Burgenland empfiehlt gegenüber dem ORF, bei entsprechenden Symptomen umgehend die telefonische Gesundheitsberatung unter der Nummer 1450 oder die Vergiftungsinformationszentrale unter 01 406 43 43 zu kontaktieren. Bei Verdacht auf eine Vergiftung sollte das Kind keinesfalls zum Erbrechen gebracht werden, so die Medizinerin.

Stattdessen sei es sinnvoller, dem Kind etwas zu trinken zu geben – Wasser oder Tee.