Grüne Offensive in Mariahilf: Die Linke Wienzeile verwandelt sich Stück für Stück vom Asphaltstreifen zur urbanen Grünoase mit speziell ausgewählten Baumarten.
Die Begrünung der Linken Wienzeile in Wien-Mariahilf schreitet voran. Aktuell konzentrieren sich die Arbeiten auf den Abschnitt zwischen Magdalenenstraße und Esterhazygasse. Im Sommer folgt dann der Bereich zwischen Nevillebrücke und Reinprechtsdorferbrücke.
Die Maßnahmen begannen im April mit der Fahrbahnsanierung und dem Einsetzen von Pflanztrögen, in Kürze werden 16 Säulenhainbuchen gepflanzt. Diese Baumart wurde aufgrund ihrer schlanken Wuchsform speziell für den urbanen Raum ausgewählt. Zwischen den Bäumen sollen farbenfrohe Pflanzen wie Blauraute und Riesenzierlauch das Stadtbild beleben und als kleine Grünflächen das lokale Mikroklima verbessern.
Räumliche Herausforderungen
Die räumlichen Gegebenheiten stellen eine besondere Herausforderung dar. Da die Straße zu schmal für Bäume mit ausladenden Stämmen ist, werden spezielle Pflanztröge installiert, um den begrenzten Platz optimal zu nutzen. An der Pilgramgasse profitiert die Linke Wienzeile bereits seit einigen Jahren von schattenspendenden, ausgewachsenen Bäumen.
Seit 2023 bereichern zudem zwischen Nevillebrücke und Wackenroderbrücke zahlreiche Bäume mit Grünbeeten sowie Kletterpflanzen an der Wienflussmauer das Viertel.
Stadtweite Initiative
Die Begrünungsmaßnahmen sind Teil der Initiative „Raus aus dem Asphalt“, eines von mehr als 320 Projekten, mit denen Wien attraktiver und klimaresistenter gestaltet werden soll. Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ) betont die Bedeutung dieser Maßnahmen für die langfristige Sicherung der Lebensqualität in der Stadt.
Bezirksvorsteher Markus Rumelhart (SPÖ) zeigt sich mit der bisherigen Entwicklung der Begrünungsprojekte entlang der Linken Wienzeile äußerst zufrieden. Für die Anwohner bedeuten die Maßnahmen nicht nur mehr Schatten und Kühlung während der heißen Sommermonate, sondern auch eine generelle Aufwertung des Viertels.
Ergänzt wird das Konzept durch zwei weitere Grünprojekte in unmittelbarer Nähe: Der Barbara-Prammer-Park und der Naschpark sollen noch in diesem Jahr – im Sommer beziehungsweise im Herbst – eröffnet werden.
Messbare Klimavorteile
Messungen der Stadt Wien belegen den ökologischen Nutzen solcher Stadtbegrünungen bereits jetzt: Stark begrünte Straßenzüge bleiben im Sommer bis zu 5 °C kühler als vergleichbare asphaltierte Bereiche. Die neu gepflanzten Bäume und Pflanzen entlang der Wienzeile tragen zudem zur Verbesserung der Luftqualität bei, indem sie Feinstaub filtern und CO₂ binden.
Besonders die Bepflanzung entlang der Wienflussmauer erfüllt eine wichtige klimatische Funktion. Sie bildet eine natürliche Frischluftschneise, die kühle Luft vom Wienerwald in die Innenstadt leitet und damit den Hitzestress für Anwohner spürbar reduziert. Die positiven Effekte werden mit fortschreitender Entwicklung der Pflanzen in den kommenden Jahren noch zunehmen.
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