Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Medienstreit

Reichster Mensch der Welt geht rechtlich gegen deutschsprachigen Fernsehsender vor

Reichster Mensch der Welt geht rechtlich gegen deutschsprachigen Fernsehsender vor
Foto: epa/JIM LO SCALZO
2 Min. Lesezeit |

Ein TV-Satz, eine Abmahnung – und ein Milliardär, der den Gang vor Gericht nicht scheut. Der Konflikt zwischen Elon Musk und dem ZDF eskaliert.

Elon Musk wirft dem öffentlich-rechtlichen Sender ZDF vor, ihn mit „ungeheuerlichen Lügen“ in Verbindung zu bringen, und hat über seinen Anwalt rechtliche Schritte eingeleitet. Konkret geht es um eine Anmoderation in der Sendung „ZDFheute live“, in der Musk fälschlicherweise vorgeworfen worden sein soll, zu einer „Jagd auf Migranten“ aufgerufen zu haben. Die betreffende Sendung befasste sich mit den gewalttätigen ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Belfast, die durch ein kursierendes Video eines Messerangriffs ausgelöst worden waren.

In der beanstandeten Anmoderation vom 12. Juni sagte die Moderatorin wörtlich, ein „rassistischer Mob“ mache „Jagd auf Migranten“ und „dazu aufgerufen hatten ein britischer Rechtsextremist und Tech-Milliardär Elon Musk.“

Musks Reaktion

Tatsächlich hatte Musk auf seiner Plattform X Beiträge von Robinson geteilt und seine rund 240 Millionen Follower dazu aufgefordert, lautstark zu protestieren, um gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen. Der deutsche Publizist Julian Reichelt übte auf X scharfe Kritik an der Sendung und bezeichnete das ZDF als „Festung der Lügen“ – mit der Begründung, Musk habe zu keiner Zeit zu einer „Jagd auf Migranten“ aufgerufen. Musk selbst kündigte daraufhin rechtliche Konsequenzen an.

Abmahnung des ZDF

Das ZDF reagierte, indem es die betreffende Sendung auf seiner Website mit einem Hinweis versah, wonach die verwendete Formulierung unpräzise und missverständlich gewesen sei. Musks Anwalt Joachim Steinhöfel hat den Sender inzwischen abgemahnt und fordert bis Donnerstagnachmittag die Abgabe einer Unterlassungserklärung.

Kommt das ZDF dieser Aufforderung nicht nach, wurde Musk empfohlen, gerichtliche Schritte einzuleiten.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen