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Marktoffensive

Roter Riese aus China: JoyExpress nimmt DHL und Amazon ins Visier

Roter Riese aus China: JoyExpress nimmt DHL und Amazon ins Visier
(FOTO: JD Corporate Blog)
2 Min. Lesezeit |

Mit roten Lieferwagen und ehrgeizigen Plänen rollt der chinesische Riese JD.com nach Europa. Sein Logistikdienst JoyExpress nimmt direkt Kurs auf die Marktführer.

Ein chinesischer Gigant fordert die Logistikbranche heraus: Der asiatische Konzern JD.com drängt mit seinem Lieferdienst JoyExpress auf den europäischen Markt und nimmt dabei etablierte Größen wie DHL und Amazon ins Visier. Das Unternehmen ist in Europa kein völlig unbeschriebenes Blatt – JD.com hält bereits Beteiligungen am Handelskonzern Ceconomy, unter dessen Dach die Elektronikketten MediaMarkt und Saturn operieren. Für Ende 2025 hat der chinesische Konzern sogar eine komplette Übernahme von Ceconomy angekündigt.

Die Expansionsstrategie von JD.com geht nun in die nächste Phase. Mit JoyExpress plant der Konzern den Aufbau eines selbständigen Logistiknetzwerks mit anfänglich 60 Standorten, unter anderem in Deutschland. Das Angebot soll über reine Lieferungen hinausgehen und zusätzliche Dienstleistungen wie die Installation elektronischer Geräte umfassen.

Ehrgeizige Lieferpläne

Zunächst wird JoyExpress ausschließlich Bestellungen aus dem konzerneigenen Online-Shop JoyBuy ausliefern. Mit der angestrebten Ceconomy-Übernahme könnten mittelfristig auch Produkte von MediaMarkt und Saturn in den charakteristischen roten Fahrzeugen transportiert werden. Perspektivisch plant JD.com, den Lieferdienst für externe Partner zu öffnen. Das Geschäftsmodell setzt auf eine Kombination aus günstigen Preisen und schnellen Lieferzeiten – eine direkte Konkurrenz zu Amazons Premium-Service Prime.

Herausforderungen voraus

Der chinesische Konzern kann bei diesem Vorhaben auf umfangreiche Erfahrungen und beträchtliche Ressourcen aus seinem Heimatmarkt zurückgreifen. Ob sich dieser Erfolg auf Europa übertragen lässt, bleibt jedoch fraglich. Ein entscheidender Faktor dürfte die Übernahme der bekannten Elektronikketten sein, da die Handelsplattform JoyBuy hierzulande kaum Bekanntheit genießt. Zudem unterscheiden sich die arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen in Europa fundamental von jenen in China. Das ambitionierte Versprechen einer Same-Day-Delivery erwies sich in der Vergangenheit bereits für mehrere Anbieter als unüberwindbare Hürde.

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KO KOSMO-Redaktion
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