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Lebensmittelskandal

Sandwich-Horror in Italien – Bereits drei Tote

Sandwich-Horror in Italien – Bereits drei Tote
FOTO: iStock/Elena_Danileiko/tiero
3 Min. Lesezeit |

Tödliche Gefahr aus dem Glas: In Italien fordert eine Welle von Botulismus-Vergiftungen bereits drei Menschenleben. Die Behörden haben ein Notfallprotokoll aktiviert.

In Italien fordert eine Welle von Botulismus-Vergiftungen bereits drei Menschenleben. Die Behörden haben Alarm geschlagen. Nachdem zunächst der Tod eines 52-jährigen Urlaubers am Donnerstag bekannt wurde, kamen nun weitere tödliche Vergiftungsfälle ans Licht. Der Mann hatte in seinem Urlaub in Diamante an einem Foodtruck ein Sandwich mit kontaminiertem Brokkoli aus einem Glas verzehrt.

Ersten Untersuchungen zufolge handelte es sich bei dem Gemüse um ein kommerziell vertriebenes Produkt, das inzwischen italienweit aus dem Verkehr gezogen wurde. Die italienischen Gesundheitsbehörden haben die Kontrollen von Konserven in Öl verschärft und betroffene Chargen, insbesondere von Brokkoli in Öl, aus dem Verkehr gezogen.

⇢ Mann isst ein Sandwich und stirbt!

Weitere Todesfälle

Wie jetzt bekannt wurde, verstarb bereits einen Tag vor dem 52-Jährigen eine 45 Jahre alte Frau, die ebenfalls Speisen von demselben Foodtruck konsumiert hatte. Zudem erlag am Freitag eine 38-Jährige in einem Krankenhaus in Cagliari den Folgen einer schweren Lebensmittelvergiftung.

Sie hatte Ende Juli auf einem Volksfest Guacamole-Sauce gegessen und daraufhin Vergiftungssymptome entwickelt. Acht weitere Personen, die ebenfalls auf dem Fest Speisen zu sich genommen hatten, werden derzeit noch in der Klinik in Cagliari behandelt. Besonders dramatisch ist der Fall eines Kindes in kritischem Zustand, das zur intensivmedizinischen Behandlung nach Rom verlegt wurde.

Das Gesundheitsministerium Italiens hat auf die tödlichen Botulismus-Fälle in Sardinien und Kalabrien umgehend reagiert und ein Notfallprotokoll aktiviert. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen sowohl in Kalabrien als auch auf Sardinien. Der italienische Verband für Konsumentenschutz Codacons prüft derzeit die Möglichkeit einer Sammelklage.

Gefährliche Bakterien

Laut Informationen auf der Website des österreichischen Gesundheitsministeriums handelt es sich bei Botulismus um eine potenziell lebensgefährliche Vergiftung durch das Bakterium Clostridium botulinum. Dieses Bakterium produziert Nervengifte, die zu den stärksten bekannten Toxinen zählen.

Die Vergiftung tritt hauptsächlich bei nicht fachgerecht hergestellten Konserven auf, seltener bei industriell gefertigten Produkten. Auch Honig kann betroffen sein. Eine unzureichende Erhitzung kontaminierter Nahrungsmittel kann zur Vergiftung führen. Die italienischen Behörden raten zur besonderen Vorsicht beim Verzehr von Konserven und Fertigprodukten.

Die Symptome zeigen sich typischerweise zwölf bis 36 Stunden nach dem Verzehr belasteter Lebensmittel, manchmal auch erst nach mehreren Tagen. Zu den charakteristischen Anzeichen gehören Seh- und Schluckbeschwerden sowie eine rasch fortschreitende schlaffe Lähmung.

Betroffene müssen unverzüglich ärztlich versorgt werden. In Österreich besteht für die Erkrankung Meldepflicht, sie tritt jedoch äußerst selten auf: Seit dem Jahr 2000 wurden landesweit nur 20 Fälle registriert.

Seit Einführung der künstlichen Beatmung wurde in Österreich bei labordiagnostisch bestätigtem Botulismus kein Todesfall mehr dokumentiert.

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KO KOSMO-Redaktion
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