Ein Foulspiel, das ein Debüt zerstörte – und eine Strafe nach sich zog, die im Fußball ihresgleichen sucht.
Ein brutales Einsteigen, das die Partie überschattete und einen Spieler für Monate außer Gefecht setzte: Am 23. Juli 2026 verletzte Victor Gabriel von Internacional Porto Alegre seinen Gegenspieler Gabriel Pec im Ligaspiel gegen Cruzeiro Belo Horizonte schwer – Cruzeiro gewann die Partie mit 2:1. Pec erlitt einen Schienbeinsbruch am linken Bein – die Ausfallzeit wird auf vier bis sechs Monate geschätzt.
Ungewöhnliche Sperre
Das brasilianische Sportgericht reagierte mit einer Strafe, die in ihrer Form kaum Präzedenz kennt: Gabriel bleibt so lange gesperrt, bis Pec wieder auf dem Trainingsplatz steht – höchstens jedoch 180 Tage. Das Gericht formulierte es unmissverständlich: „Der Täter kann so lange gesperrt bleiben, bis der Geschädigte wieder am Training teilnehmen kann, wobei eine Höchstdauer von 180 Tagen einzuhalten ist.“
🇧🇷 Brazilian side Internacional defender Victor Gabriel has been suspended after his foul on Gabriel Pec.
He got a red card for a hard tackle that fractured Pec’s tibia during a league match.
The ban is at least 6 matches and keeps going until Pec is medically cleared to…
— Mario Nawfal (@MarioNawfal) July 29, 2026
Der Oberste Sportgerichtshof STJD verurteilte Gabriel auf Grundlage von Artikel 254 Absatz 3 des Código Brasileiro de Justiça Desportiva, der ausdrücklich vorsieht, dass ein Spieler nach einem schweren, gewalttätigen Foul bis zur Wiederaufnahme des Trainings durch den verletzten Gegenspieler und maximal für 180 Tage gesperrt werden kann.
Sollte Pecs Heilungsprozess über die Sechs-Monats-Marke hinausgehen, darf Gabriel nach Ablauf dieser Frist dennoch wieder am Spielbetrieb teilnehmen. Die Sperre ist damit nach oben gedeckelt.
Gabriels Erklärung
Vor dem Sportgericht beteuerte Gabriel, die Verletzung nicht beabsichtigt zu haben. Als Erklärung verwies er auf die Platzverhältnisse: „Der Platz war rutschig und nass.“ Die Situation sei seiner Kontrolle entglitten.
Gegenüber Pec zeigte er sich reumütig: „Ich habe mich bei ihm entschuldigt und ihm meine Hilfe angeboten. Ich habe ihn gebeten, mir zu verzeihen, da ich keine böse Absicht hatte, und alles, was ich in diesem Moment tun konnte, war, für ihn zu beten.“
Für Pec kommt der Moment denkbar unglücklich. Es war sein erstes Spiel für Cruzeiro Belo Horizonte – er war erst im vergangenen Monat von LA Galaxy zu dem brasilianischen Klub gewechselt. Wie hart solche Vergehen geahndet werden, unterscheidet sich weltweit erheblich: Sperrlängen und Geldstrafen nach roten Karten variieren von Liga zu Liga deutlich.