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Schlägertrupps in Wien: Polizei geht gegen kriminelle Clans vor

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Symbolbild (FOTO: iStock)

In den vergangenen drei Nächten sorgten ausländische Schlägertrupps in mehreren Wiener Gemeindebezirken für Unruhe. Die Polizei reagiert nun mit einem Großaufgebot, um gegen die kriminellen Clans vorzugehen. Diese Maßnahmen stehen im Kontrast zu den regelmäßigen internationalen Auszeichnungen, die Wien als lebenswerteste Stadt der Welt küren. Doch wie passt das zusammen?

Eskalation der Gewalt in Wien

Die Stimmung in Wien ist angespannt. Hohe Temperaturen, ein Gefühl der Hilflosigkeit und kriminelle Auseinandersetzungen haben die Spannungen zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen verschärft. Am vergangenen Wochenende kam es in den Bezirken Brigittenau und Meidling zu mehreren gewaltsamen Zusammenstößen, bei denen Syrer, Tschetschenen und Afghanen mit Fäusten, Holzlatten, Messern und Schusswaffen aufeinander losgingen. Die Polizei ermittelt intensiv, um die Hintergründe und Beteiligten dieser Vorfälle aufzudecken.

Erfolge der Polizei: Festnahme und Ermittlungen

Am Freitag gelang es der Polizei, einen 29-jährigen Verdächtigen in der Donaustadt festzunehmen. Er soll als Chauffeur für eine der Terrorbanden tätig gewesen sein. Bei seiner Festnahme wurden eine Schreckschusspistole und elektronische Datenträger sichergestellt, die vermutlich wichtige Informationen über die organisierte Kriminalität enthalten. Trotz der Flucht seiner Komplizen ist die Polizei entschlossen, weitere Erfolge zu erzielen.

Verstärkte Polizeipräsenz und Maßnahmen

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) hat die Generaldirektion für öffentliche Sicherheit beauftragt, entschlossen gegen die Unruhen vorzugehen. Besonders in den Abendstunden wird die Polizeipräsenz massiv erhöht. Bahnhöfe, U-Bahn-Stationen und Parks stehen im Fokus der Überwachungsmaßnahmen. Bundespolizeidirektor Michael Takacs betont: „Wir ersticken derartige Phänomene im Keim und setzen auf verstärkte Kontrolltätigkeiten.“ Zur Verstärkung werden auch Polizisten aus den Bundesländern und Cobra-Einheiten eingesetzt.

Wien als lebenswerteste Stadt – Widerspruch zur aktuellen Lage?

Trotz der aktuellen Herausforderungen hat der britische „Economist“ Wien 2024 zum dritten Mal in Folge zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt. Auch andere Rankings sehen die österreichische Hauptstadt an der Spitze. Doch wie passt das mit den Berichten über Bandenkriege und Gewalt zusammen?

Gründe für Wiens Spitzenplatzierungen

Die Top-Platzierungen Wiens in internationalen Rankings beruhen auf mehreren Faktoren:

  • Vergleich mit anderen Metropolen: Wien wird mit anderen Millionenstädten der Welt verglichen. Naturgebiete wie die Weingärten und der Wienerwald, ein reiches Kulturangebot und ein gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz werden als große Pluspunkte angesehen. Hinzu kommen politische und rechtliche Stabilität sowie ein immer noch relativ gutes Bildungs- und Gesundheitssystem.
  • Perspektive der Befragten: Die Befragungen werden oft unter Mitarbeitern und Managern großer Unternehmen durchgeführt, die beruflich nach Wien ziehen. Diese Personen verdienen in der Regel gut, können ihre Kinder in Privatschulen schicken und erleben Wien aus einer privilegierten Perspektive.
  • Tourismus in Wien: Im Gegensatz zu Städten wie Hallstatt oder Barcelona leidet Wien nicht unter übermäßigem Tourismus. Die mehr als 17 Millionen Nächtigungen im Jahr 2023 verteilen sich auf eine große Fläche. Attraktionen wie Schönbrunn, Stephansdom und das Riesenrad liegen weit auseinander, sodass es keine Überlastung an einzelnen Orten gibt.