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Gesundheitsversorgung

Schluss mit Klinik-Fahrten: Nieren-Therapie jetzt im Wohnzimmer

Schluss mit Klinik-Fahrten: Nieren-Therapie jetzt im Wohnzimmer
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Kroatien schreibt Medizingeschichte: Dialysepatienten können ihre lebensnotwendige Behandlung erstmals zuhause durchführen.

Kroatien hat in der Versorgung von Menschen mit schweren Nierenerkrankungen einen bedeutenden Schritt nach vorne gemacht: Zum ersten Mal ist es Patientinnen und Patienten mit chronischem Nierenversagen möglich, ihre Hämodialyse-Behandlung in den eigenen vier Wänden durchzuführen. Das Programm wurde in der Klinischen Klinik Dubrava in Zagreb offiziell präsentiert und soll Betroffenen künftig mehr Eigenständigkeit verschaffen, Krankenhausaufenthalte reduzieren und den Alltag spürbar flexibler gestalten.

Gesundheitsministerin Irena Hrstic wertete die Neuerung als strategischen Fortschritt in der Betreuung von Menschen mit chronischem Nierenversagen. Ziel sei es, eine sichere und qualitativ hochwertige Therapie möglichst wohnortnah zu gewährleisten. HZZO-Direktor Zvonimir-Ante Korda unterstrich seinerseits, dass das Modell nicht nur für die Erkrankten selbst eine Entlastung darstelle, sondern auch für ihre Angehörigen – da die Behandlung nicht länger zwangsläufig mit regelmäßigen Fahrten in eine Klinik verbunden sei.

Vier Standorte aktiv

Aktuell ist das Programm an vier Standorten aktiv: in der KB Dubrava in Zagreb, im KBC Rijeka, im KBC Split sowie im KBC Sestre milosrdnice in Zagreb. Sieben Patienten führen die Heim-Hämodialyse bereits eigenständig in ihrem häuslichen Umfeld durch.

Ivan Durlen, kommissarischer Leiter der Dialyseabteilung der KB Dubrava, erläuterte, dass die Heimbehandlung für geeignete Patienten mit besseren klinischen Verläufen und einer gesteigerten Lebensqualität verbunden sei. Der entscheidende Vorteil bestehe darin, dass die Therapie zeitlich individuell geplant werden könne und nicht mehr ausschließlich an ein Dialysezentrum gebunden sei.

Derzeit befinden sich in Kroatien rund 2.400 Menschen in Hämodialyse-Behandlung. Durlen geht davon aus, dass zu Beginn bis zu zehn Prozent dieser Patienten für die häusliche Durchführung in Frage kommen könnten. Voraussetzung dafür ist, dass die Betroffenen körperlich wie auch mental dazu in der Lage sind, die Therapie selbständig zu absolvieren – oder dass sie dabei von einer anderen Person unterstützt werden.

Die Einführung hat auch gesundheitspolitische Tragweite. Noch vor wenigen Jahren zählte Kroatien zu den wenigen Ländern innerhalb der Europäischen Union, in denen die Heim-Hämodialyse nicht zugelassen war. Aus Fachkreisen war bereits seit Längerem der Ruf laut geworden, diese Behandlungsform auch hierzulande zu ermöglichen.

Entlastung für Inselbewohner

Besonders für jene Menschen, die weit entfernt von Dialysezentren wohnen, könnte das neue Modell eine erhebliche Erleichterung bedeuten. Ivo Jelicic, Leiter der Dialyseabteilung am KBC Split, verwies ausdrücklich auf die Relevanz für Bewohnerinnen und Bewohner von Inseln und abgelegenen Regionen. Viele von ihnen mussten bislang mehrmals wöchentlich weite Strecken zurücklegen, um eine lebensnotwendige medizinische Versorgung zu erhalten.

Auch auf Seiten der Patientenvertretung wird die Heim-Hämodialyse als wesentlicher Fortschritt begrüßt. Petra Sucic, Präsidentin der Kroatischen Vereinigung dialysierter und transplantierter Nierenpatienten, erklärte, dass das Interesse unter den Betroffenen groß sei. Der Grund liege auf der Hand: Wer die Therapie zu Hause durchführen kann, gewinnt Zeit, Flexibilität und mehr Kontrolle über den eigenen Alltag zurück.

Wie tiefgreifend die Veränderung im Lebensalltag sein kann, verdeutlicht das Beispiel von Mladen Horvat. Er ist der erste Patient in Kroatien, der sich seit Februar eigenständig zu Hause dialysiert. Nach eigenen Angaben ermöglicht ihm die Heim-Hämodialyse mehr Unabhängigkeit und eine freiere Planung seiner täglichen Aktivitäten.

In der KB Dubrava in Zagreb werden gegenwärtig 80 Patienten mit chronischer Hämodialyse behandelt, zwölf weitere erhalten Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse). Zwei Patienten der Klinik nehmen bereits am neuen Programm für die häusliche Hämodialyse teil.

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KO KOSMO-Redaktion
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