Fast 20 Jahre lang bestimmte eine Anti-Terror-Regel das Handgepäck – am Flughafen Wien-Schwechat gehört sie bald der Vergangenheit an.
Der Flughafen Wien-Schwechat steckt 25 Millionen Euro in eine neue Gerätegeneration für die Sicherheitskontrolle: Hochleistungsscanner, die nach dem Prinzip der Computertomographie funktionieren und detaillierte dreidimensionale Aufnahmen des Gepäckinhalts erzeugen. Damit verbunden ist eine weitreichende Änderung für alle Passagiere – die seit Jahren geltende 100-Milliliter-Beschränkung für Flüssigkeiten soll noch vor der Hauptreisesaison im Sommer fallen.
Wer bislang Shampoo, Parfum oder Getränke in winzige Fläschchen umfüllen musste, wird das künftig nicht mehr tun müssen. Die neuen Geräte erlauben Behälter mit bis zu zwei Litern Fassungsvermögen. Darüber hinaus müssen Laptops, Tablets und Kulturbeutel nicht mehr aus dem Handgepäck entnommen werden – beides zusammen soll die Abfertigungszeiten an den Kontrollstellen spürbar reduzieren.
Hintergrund der Regel
Den Hintergrund dieser Regelung bildet ein Terroranschlag, der im Jahr 2006 verhindert werden konnte: Damals hatten Attentäter geplant, in Getränkeflaschen versteckten Flüssigsprengstoff an Bord zu schmuggeln. Als direkte Konsequenz wurde die 100-Milliliter-Grenze eingeführt – eine Vorschrift, die seither knapp zwei Jahrzehnte lang den Luftverkehr weltweit prägte. Die neue Scannertechnologie macht diese Einschränkung nun technisch obsolet.
Europäischer Vergleich
Wien-Schwechat ist mit dieser Modernisierung nicht allein, aber auch nicht Vorreiter: Großbritannien und Italien haben ihre Kontrollsysteme bereits umgerüstet, Deutschland zieht an Standorten wie Frankfurt am Main und Berlin nach. Frankreich hingegen hat den Übergang noch nicht vollzogen.
Bis die Umstellung in Wien-Schwechat vollständig abgeschlossen ist, empfiehlt der Flughafen Wien, die bisherige 100-Milliliter-Regelung vorsorglich weiterhin einzuhalten.
Wer zudem einen Rückflug von einem anderen Flughafen plant, sollte sich vorab über die dort geltenden Vorschriften informieren.