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MEDIZINER WARNT

Schmerzmittel vor oder nach Corona-Impfung könnten Bildung von Antikörpern verhindern

(FOTOS: iStockphotos)

Bei der Einnahme von Medikamenten zur Linderung möglicher Impfreaktionen sei große Vorsicht geboten, wie ein Experte nun warnt. Sogar die Wirkung der Impfung stehe auf dem Spiel.

Immer öfter wird den Patienten nach der Verabreichung von Corona-Impfungen auch gleich ein Schmerzmittel zur Linderung möglicher Impfreaktionen mitgegeben. Markus Zeitlinger von der MedUni Wien mahnt jedoch davor bereits im Vorfeld Medikamente einzunehmen. Und auch bei der Wahl der Schmerzmittel sei Vorsicht geboten, so der Mediziner. Dabei stehe nämlich sogar die Wirkung der Impfung auf dem Spiel.

Mexalen zum Stich –  macht das Sinn?
Derzeit steht der Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca stark im Fokus der medialen Aufmerksamkeit. Die mutmaßlichen Zusammenhänge mit möglichen Gerinnungsstörungen nach der Impfung sorgen zunehmend für Verunsicherung. Doch auch unabhängig davon ist man aufgrund der teils starken Impfreaktionen wie Schüttelfrost, Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen verunsichert. Besonders jüngere Menschen scheinen davon betroffen zu sein.

Viele Ärzte haben daher begonnen, ihren Patienten nach verabreichter Impfung das Schmerzmittel Mexalen mit Heim zu geben, um die immer wieder vorkommenden Begleiterscheinungen zu mildern. Dies mache auch durchaus Sinn, erklärt der Pharmakologe Markus Zeitlinger. Das Präparat sei bereits im Zuge der ersten Studien zur Zulassung der Impfung von AstraZeneca zum Einsatz gekommen und sei deshalb gut untersucht. ABER…

Nur für ein bis zwei Tage nutzen
Vorbeugend würde er das Medikament jedoch nicht einnehmen, sondern erst „wenn sich erste Symptome zeigen“. Außerdem sollte man bei der Einnahme auf jeden Fall die Packungsbeilage beachten und das Mittel für maximal ein bis zwei Tage einnehmen, so Zeitlinger. Sollten dann immer noch Symptome auftreten, bleibt nur noch der Weg zum Hausarzt zur Abklärung.

Gefahr einer Überdosierung
Derzeit würde auch das Gerücht kursieren, dass das Medikament auch einen positiven Effekt auf die Gerinnungsstörung haben könnte, die aktuell in Zusammenhang mit der Impfung diskutiert wird. Dafür gebe es jedoch keine Hinweise, so der Pharmakologe. Der im Schmerzmittel enthaltene Wirkstoff Paracetamol würde in erster Linie das Fieber senken. Im Gegenteil warnt Zeitlinger sogar vor einer zu häufigen Einnahme des Präparats: Sollte es nämlich überdosiert werden, drohen massive Leberschäden bis hin zum kompletten Versagen des Organs.

Vorsicht bei anderen Schmerzmitteln!
Ganz wichtig sei es im Zusammenhang mit der Impfung jedoch, tatsächlich nur das Schmerzmittel Mexalen einzusetzen! Im Gegensatz zu anderen Mitteln, wie Ibuprofen oder Aspirin, ist Mexalen nämlich nicht entzündungshemmend. Greift man jedoch bei Symptomen zu einem solchen Schmerzmittel, könnte sich das negativ auf die Bildung von Antiköpern gegen das Coronavirus auswirken, warnt der Mediziner.

Stopp von AstraZeneca wäre falsch
Ein mögliches Aussetzen der Impfung mit AstraZeneca würde Zeitlinger nicht nur kritisch sehen, es sei auch „absolut nicht zu verantworten“. Die medizinischen Daten würden jedenfalls zeigen, dass bei den Corona-Fällen und der Schutzrate der Impfstoff von Biontech/Pfizer und AstraZeneca genau gleich gut seien. In Hinsicht auf die zuletzt aufgekommenen Vorfälle nach der Verabreichung der Vakzine sei es falsch voreilige Schlüsse zu ziehen. „Von 140.000 Geimpften haben drei eine Thrombose bekommen“ – daraus könne man noch nicht auf einen Zusammenhang schließen, erklärt Zeitlinger.

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