Mitten im Konzert verstummte der Mikrofon – serbischer Folksänger Darko Lazic wurde von seinen Gläubigern vor schockiertem Publikum von der Bühne geholt.
Erzwungener Abgang
Vor den Augen schockierter Gäste wurde der serbische Folksänger Darko Lazic kürzlich bei einer walachischen Feier in Wien von mehreren Männern mitten in seinem Auftritt unterbrochen und abgeführt. Wie das Portal Kurir berichtet, soll es sich bei den Männern um Kreditgeber gehandelt haben, bei denen der Künstler verschuldet war.
Ein Augenzeuge schilderte den Vorfall: „Es war eine der größeren walachischen Feiern in Wien mit mehreren Künstlern. Darko war als Hauptact gebucht und erhielt 14.000 Euro für vier Stunden Auftritt. Alles lief problemlos, bis plötzlich mehrere Männer den Saal stürmten. Wir erfuhren später, dass es Gläubiger waren, denen Darko Geld samt Zinsen schuldete. Als er sie erblickte, wurde er kreidebleich und erstarrte. Sie entrissen ihm das Mikrofon und forderten ihn auf, sofort mitzukommen. Er folgte wortlos und ließ alle Anwesenden fassungslos zurück.“
⇢ Während Gläubiger warten: Wiener Immo-Boss gönnt sich Luxusreisen trotz Mega-Insolvenz
Erzwungener Auftritt
Laut dem Informanten wurde der Sänger anschließend in ein Fahrzeug gezwungen und zu einem Wiener Club gebracht. Dort musste er offenbar erneut auftreten, während ihm die Männer seine Gage abnahmen – Geld, das er ihnen angeblich verschwiegen hatte. Doch damit nicht genug: „Einige Tage später verlangten die Veranstalter der walachischen Feier die Rückzahlung ihrer Vorauszahlung. Lazic entschuldigte sich telefonisch und bot an, bei ihrer nächsten Veranstaltung kostenlos aufzutreten, da er das Geld bereits zur Begleichung seiner Schulden verwendet hatte. So wurde die Angelegenheit schließlich beigelegt“, berichtete die Quelle.
⇢ Warum immer mehr Immobilienfirmen pleitegehen
Rechtliche Grauzone
Der geschilderte Vorfall bewegt sich nach österreichischem Recht in einem problematischen Bereich. Die erzwungene Mitnahme einer Person könnte den Tatbestand der Freiheitsberaubung erfüllen, auch wenn die Betroffenen eine Schuld-Gläubiger-Beziehung verbindet. Privatpersonen sind nicht berechtigt, Forderungen durch Gewalt oder Drohung einzutreiben. Wucherzinsen sind in Österreich illegal und können mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren geahndet werden.
Humorvolle Reaktion
Der Sänger selbst hat sich bislang nicht offiziell zu den Vorfällen geäußert. Als er kürzlich am Flughafen von Journalisten angesprochen wurde, reagierte er jedoch mit Humor auf die kursierenden Gerüchte.
Lächelnd sagte er gegenüber Blic (serbisches Boulevardblatt), während er auf sein wartendes Fahrzeug zuging: „Jetzt werden sie mich in den Kofferraum stecken. Die Kredithaie warten auf mich.“
Darko Lazic, geboren 1991, zählt zu den bekanntesten Vertretern des serbischen Folk und hatte in der Vergangenheit bereits mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Die walachische Community in Wien organisiert regelmäßig kulturelle Veranstaltungen, bei denen Künstler aus dem Balkan auftreten.