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Schadenersatz

Serbe aus Flugzeugfenster gerissen – jetzt droht Millionenklage

Serbe aus Flugzeugfenster gerissen – jetzt droht Millionenklage
Symbolbild Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Ein geplatztes Kabinenfenster, ein Mann halb außerhalb der Maschine – und nun folgt die juristische Aufarbeitung in Millionenhöhe.

Am 10. Juli kam es an Bord einer Ryanair-Maschine auf dem Weg von Thessaloniki nach Memmingen in Bayern zu einem Vorfall mit gravierenden Folgen. Teile eines Triebwerks schlugen gegen ein Kabinenfenster und brachten es zum Bersten. In rund 4.500 Metern Höhe wurde ein 61-jähriger Serbe bei einer Fluggeschwindigkeit von etwa 600 Kilometern pro Stunde mit Kopf und rechtem Arm nach außen gerissen.

Nur sein Sicherheitsgurt verhinderte das Schlimmste. Der Mann erlitt schwere körperliche Verletzungen und trägt seither auch psychische Schäden davon.

Millionenklage droht

Der Vorfall könnte nun ein rechtliches Nachspiel haben. Ein griechischer Anwalt hat die Vertretung des 61-Jährigen sowie von 35 weiteren Passagieren übernommen. Auch sie hätten an jenem Tag „dem Tod ins Auge“ geschaut, sagte der Jurist zur „Bild“.

Besonders stößt sich der Anwalt an Aussagen, die Ryanair-Chef Michael O’Leary im Podcast „The Travel Expert“ getätigt hatte. Demnach sei der serbische Passagier nicht teilweise aus dem Flugzeug gesaugt worden. Diese Darstellung empfinde der Jurist als „lächerlich“ – etwa 70 Personen hätten den Vorfall beobachtet.

Die in Vorbereitung befindliche Schadenersatzklage könnte einen zweistelligen Millionenbetrag umfassen. Ob gegen Ryanair, Boeing, die zuständigen Wartungsunternehmen oder den Triebwerkshersteller vorgegangen wird, sei noch offen. Denkbar sei auch, dass mehrere Unternehmen gleichzeitig beklagt werden.

Ungeklärte Ursachen

Einem Bericht der US-Behörde NTSB zufolge soll eine Triebwerksschaufel abgebrochen sein. Die Teile davon hätten den Rumpf der Maschine und das Fenster beschädigt. Des Weiteren wurden im Triebwerk Vogelreste entdeckt, wobei der Anwalt nicht davon ausgeht, dass die Vögel alleine schuld an dem Unfall sind.

Die betroffene Boeing 737-800 ist 18 Jahre alt. Ob das Flugzeug in den vorgeschriebenen Intervallen gewartet wurde und ob Materialermüdung an der Triebwerksschaufel eine Rolle gespielt haben könnte, ist bislang ungeklärt. Ryanair erklärte gegenüber der „Bild“, bis zum Abschluss der NTSB-Untersuchung keine Stellungnahme abgeben zu wollen.

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KO KOSMO-Redaktion
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