Sima/Maresch: Sachkundenachweis für besseres Verständnis zwischen Hund und HalterIn in Wien

PRESSEKONFERENZ

1067

Sima/Maresch: Sachkundenachweis für besseres Verständnis zwischen Hund und HalterIn in Wien

Beitragsfoto
Beitragsfoto (FOTO: zvg.)

Ab 1. Juli muss bei Anmeldung eines Vierbeiners der Sachkundenachweis vorgelegt werden – für ein harmonisches Miteinander und mehr Tierschutz.

Von A wie Abgabe über M wie Maulkorbanlegen bis Z wie Zahnkontrolle: Das ABC moderner Hundehaltung wird neuen HundehalterInnen künftig im Rahmen der Wiener Sachkundekurse vermittelt. Ab dem 1. Juli muss die Bestätigung über den erfolgten Sachkundekurs-Besuch bei der Anmeldung des Hundes – egal welcher Rasse – für die Hundeabgabe vorgelegt werden. Im TierQuarTier Wien haben die zuständige Tierschutz-Stadträtin Ulli Sima und der Tierschutzsprecher der Grünen Wien, Rüdiger Maresch, die Neuerungen nun im Detail vorgestellt.

„Mit dem Wiener Sachkunde-Modell setzen wir einen neuen Standard für eine verantwortungsbewusste Tierhaltung, die auf Tierschutz und das Miteinander von Mensch und Tier in unserer Stadt abzielt“, sagt Ulli Sima. Diese Maßnahme funktioniert bereits in anderen Bundesländern wie der Steiermark oder Oberösterreich sehr gut.

Der Tierschutz-Sprecher der Wiener Grünen, Rüdiger Maresch führt aus, dass die Verantwortung für eine sichere und tierschutzgerechte Hundehaltung immer bei den HundehalterInnen liegt. Darum wurde auf Initiative der Wiener Grünen der Sachkundenachweis gesetzlich verankert. „Damit ist gewährleistet, dass HundehalterInnen die elementaren Kenntnisse zur tiergerechten und sicheren Hundehaltung bekommen, bevor sie sich einen Hund anschaffen. So verwirklichen wir Tierschutz, Sicherheit und ein gutes Miteinander von Tier und Mensch in der Stadt.“

Der Sachkundekurs, der von autorisierten Hunde-ExpertInnen vorgetragen wird, dauert mindestens vier Stunden und soll vor der Aufnahme des Tieres Grundkenntnisse über die Anschaffung, Haltung, Pflege und Erziehung von Hunden sowie den rechtlichen Bestimmungen vermitteln. Die Kursgebühr beträgt 40 Euro und geht vollständig an die Vortragenden. Die TeilnehmerInnenzahl ist pro Kurs auf 25 begrenzt. Die Anmeldung erfolgt direkt bei den AnbieterInnen, deren Kursorte und Kontaktdaten auf der Internet-Seite www.hunde-kunde.at aufgelistet sind. Der Kurs ist verpflichtend für alle Wienerinnen und Wiener, die ab dem 1. Juli einen Hund anmelden möchten und in den zwei Jahren zuvor keinen Hund gehalten haben.

Tierschutzombudsstelle hat Qualitätsstandards für die Kurse entwickelt

Um einen einheitlichen Qualitätsstandard der Sachkundekurse zu gewährleisten, hat die Tierschutzombudsstelle Wien die Inhalte erarbeitet. „Die Sachkundekurse stellen eine große Chance dar, Tierleid in Wien zu verhindern“, sagt Eva Persy, Leiterin der Tierschutzombudsstelle. „Leider sind sich viele Menschen, die sich einen Hund nehmen wollen, nicht bewusst, wie viel Zeit, Geld, Wissen und natürlich Engagement eine zeitgemäße und tiergerechte Hundehaltung erfordert. Der Sachkundenachweis ist daher aus Tierschutzsicht ein wichtiger Schritt, um die Menschen vor der Anschaffung des Tieres aufzuklären und sie zu motivieren, sich intensiv mit der Frage, ob und wenn ja, welcher Hund der passende Begleiter ist, auseinanderzusetzen.“

Kampf gegen illegalen Welpenhandel

Ganz zentral ist für Sima auch zu vermitteln, dass man sich keine Tiere aus dem Internet oder dem Hinterhof anschaffen soll: „Hinter dem illegalen Welpenhandel steckt viel Tierleid, wir wollen in den Kursen gezielt über die fatalen Folgen des illegalen Welpenhandels aufklären. Jeder, der sich ein Tier anschaffen will, ist im TierQuarTier Wien bestens aufgehoben“, so Sima. Hier erfolgt die Abgabe von Hunden ab 1. Juli übrigens nur noch nach Absolvierung des Sackundekurses. „Denn wie es enden kann, wenn Hunde unüberlegt angeschafft werden, sehen wir hier im TierQuarTier, in dem immer wieder ausgesetzte, beschlagnahmte oder behördlich abgenommene Tiere landen“, so Ulli Sima. Vermittelt werden soll in den Kursen auch das richtige Anlegen des Maulkorbs und die richtige Pflege des neuen Familienmitglieds.

Die Kurse können übrigens von allen interessierten Menschen besucht werden. „Die Informationen sind so umfassend, dass sicherlich auch für erfahrene HundehalterInnen interessante Aspekte dabei sind“, so Tierschutzombudsfrau Eva Persy.

Die Hundetrainerin Simone Gräber ist eine der Kurs-Anbieterinnen. Da sie über das Gütesiegel „Tierschutzqualifizierte Hundetrainerin“ verfügt, ist sie berechtigt, die Sachkundekurse vorzutragen. Sie ist froh, dass die Stadt Wien den Schritt gemacht und den verpflichtenden Sachkundenachweis für Neu-HundehalterInnen eingeführt hat. „Leider muss ich in meiner täglichen Arbeit oftmals „reparieren“, was durch Fehler in der Haltung oder durch veraltete Erziehungsmethoden beim Hund schief gelaufen ist. Ich kann daher nicht oft genug betonen, wie wichtig es ist, sich mit grundsätzlichen Fragen zur Hundehaltung auseinanderzusetzen, bevor man sich einen Hund anschafft“, so Gräber.

„Geprüfter Stadthund“ wird von Hundeabgabe befreit

Wer schnell ist, der kann sich ein ganz besonderes Zuckerl sichern: Die ersten 100 AbsolventInnen des Sachkundekurses, die ihren Nachweis bis zum 31. Juli an hunde-kunde@tow-wien.at schicken, erhalten einen Gutschein für die freiwillige Prüfung zum „geprüften Stadthund“, bei der die Großstadttauglichkeit des Mensch-Hund-Teams getestet wird (vormals „Freiwilliger Wiener Hundeführschein“). Bestehen Hund und HalterIn den theoretischen und praktischen Test, so werden sie für ein Jahr von der Hundeabgabe befreit. „Wenn Sie später all das mit Ihrem vierbeinigen Begleiter umsetzen, was Sie im Sachkundekurs über zeitgemäße Hundehaltung kennen gelernt haben, dann sollte dem Titel „Geprüfter Stadthund“ nichts im Wege stehen“, so Sima.

Kurz zusammengefasst: Die Modalitäten sind in der Wiener Hunde-Sachkundenachweis-Verordnung festgelegt:

  • Der Sachkundenachweis ist verpflichtend für alle Wienerinnen und Wiener, die ab dem 1. Juli einen Hund anmelden möchten und in den zwei Jahren zuvor keinen Hund gehalten haben.
  • Der Kurs wird ausschließlich von autorisierten Hunde-ExpertInnen vorgetragen, die auf der Website www.hunde-kunde.at verzeichnet sind.
  • Es werden Grundkenntnisse über die Anschaffung, Haltung, Pflege und Erziehung von Hunden sowie die rechtlichen Bestimmungen vermittelt.
  • Der Kurs dauert (mindestens) vier Stunden.
  • Die Kursgebühr beträgt 40 Euro. Diese gehen 1:1 an die Vortragenden, die Stadt Wien hat durch die Sachkundekurse keine Einnahmen.
  • Die TeilnehmerInnenzahl ist pro Kurs auf 25 begrenzt.
  • Die Anmeldung erfolgt direkt bei den autorisierten AnbieterInnen, deren Kontaktdaten und Kursorte auf der Seite www.hunde-kunde.at aufgelistet sind.

Alle Infos zum Sachkundenachweis auf www.hunde-kunde.at

Rückfragen & Kontakt:

Anita Voraberger
Mediensprecherin Stadträtin Ulli Sima
Tel 01/4000-81353
Anita.Voraberger@wien.gv.at

Teile diesen Beitrag: