So nah und doch so fern – Warum hasst ihr euresgleichen?

INTERNATIONALER TAG FÜR TOLERANZ

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So nah und doch so fern – Warum hasst ihr euresgleichen?

Serbien-Kroatien
FOTO: KOSMO

Am internationalen Tag für Toleranz erinnern wir uns an unsere Bloggerin Jelena, die vor einiger Zeit über ein altbekanntes Thema unserer Community schrieb…

Für gewöhnlich leite ich meine Blogs nicht mit einem Foto ein, doch dieser Schnappschuss, der 2016 im Rahmen der Olympischen Spiele in Rio während des Basketballspiels zwischen Kroatien und Serbien entstand, spricht Bände…

Bogdanovic
FOTO: Profimedia.rs

Derselbe Nachname, eine praktisch identische Muttersprache, geografische Nähe und die unermüdliche Liebe zum Ballsport. Faktoren, die verbindender nicht sein könnten – zumindest in der Theorie…

Beide Spieler erbrachten an besagtem Tag Bestleistungen für ihre jeweilige Mannschaft – Bogdan Bogdanović für Serbien und Bojan Bogdanović für Kroatien. Während sich diese Sportler mit Respekt begegneten und in einem gesunden Konkurrenzkampf gegeneinander antraten, scheint unsereins dazu nicht im Stande zu sein.

Selbst heute – über 20 Jahre nach diesem fürchterlichen Krieg – scheinen wir nach wie vor wie Marionetten an den Fäden herrschaftshungriger Politiker zu hängen, die ihre kranken Machtspielchen auf unserem Rücken austragen. Und was tun wir? Wir lassen es zu, und scheinen nichts dazu gelernt zu haben!

“Respektiere Fremdes, aber liebe nur dein Eigenes”, höre ich immer noch aus allen Ecken – Schön und gut, aber so fremd wie man “die Anderen” einschätzt, sind sie gar nicht. Extrem ähnliche Bräuche, Vorlieben, die unverkennbare Mentalität sowie weitere kulturelle Parallelen sind nur einige der Gemeinsamkeiten, die uns verbinden sollten.

Wir fühlen uns zwar richtig anständig, wenn wir einander zu den jeweiligen Feiertagen gratulieren, begießen aber fleißig und insgeheim nach wie vor das giftige Gedankengut, das uns schon in den Kinderschuhen gesät wurde, sodass dieses noch weiter wuchert. Und genau dieses Unkraut geben wir vermutlich auch an unsere Kinder weiter, so wie es uns von unseren Eltern vererbt wurde.

Auf der nächsten Seite geht es weiter…

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