Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Terrorurteil

Solingen-Massaker: Urteil für IS-Messerstecher steht fest

Solingen-Massaker: Urteil für IS-Messerstecher steht fest
(FOTO: EPA/CHRISTOPHER NEUNDORF)
2 Min. Lesezeit |

Lebenslange Haft ohne Aussicht auf vorzeitige Entlassung – das Urteil gegen den IS-Anhänger nach dem blutigen Messerangriff auf dem Solinger Stadtfest ist gefallen.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat den 27-jährigen Syrer Issa al Hasan wegen dreifachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der IS-Anhänger am 23. August 2024 bei einer Stadtfeier in Solingen mit einem Messer drei Menschen tötete und acht weitere zum Teil schwer verletzte. In der Urteilsbegründung betonte das Gericht, der Täter habe „aus niedrigen Beweggründen und heimtückisch“ gehandelt, indem er seine Opfer gezielt von hinten im Halsbereich attackierte.

📍 Ort des Geschehens

Besonders schwerwiegend: Das Gericht stellte nicht nur die besondere Schwere der Schuld fest, sondern ordnete auch eine anschließende Sicherungsverwahrung an, wodurch eine vorzeitige Haftentlassung praktisch ausgeschlossen ist. Der Vorsitzende Richter begründete dies mit dem hohen Rückfallrisiko aufgrund der massiven islamistischen Radikalisierung des Täters.

⇢ Anschlag am Hauptbahnhof geplant: 18-Jähriger steht erneut vor Gericht

Täters Radikalisierung

Anhand von Daten aus dem Mobiltelefon des Verurteilten kam das Gericht zu dem Schluss, dass sich Al Hasan, der 2022 als Asylbewerber nach Deutschland gekommen war, bereits seit 2019 „stark radikalisiert“ hatte. Besonders belastend waren Hinweise auf seine aktive Verbreitung von IS-Propaganda über soziale Medien. „Der Verurteilte behauptete zwar, er wollte mit dem Angriff ‚Rache für Gaza‘ nehmen, doch aus seinen Einstellungen geht klar hervor, dass er Vergeltung für getötete IS-Mitglieder üben wollte“, erklärte das Gericht. Al Hasan sei bereits vor seiner Ankunft in Deutschland Mitglied des Islamischen Staates gewesen und lehne den westlichen Lebensstil grundsätzlich ab.

Politische Folgen

Die Bluttat von Solingen hat bundesweit eine intensive Debatte über die Flüchtlings- und Asylpolitik ausgelöst. Das Land Nordrhein-Westfalen reagierte mit einem umfassenden Sicherheitspaket, das zahlreiche Maßnahmen zur Prävention ähnlicher Gewalttaten umfasst. Gleichzeitig verweisen Sicherheitsbehörden auf die in den vergangenen Jahren stark gestiegene Zahl von Messerangriffen im öffentlichen Raum, bei denen überproportional häufig ausländische Täter festgestellt wurden.