Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Kinderwunschdilemma

Sperma-Allergie zerstört Kinderwunsch – Frau nach Sex stets krank

Sperma-Allergie zerstört Kinderwunsch – Frau nach Sex stets krank
(Foto: iStock/Boris Jovanovic)
3 Min. Lesezeit |

Ihr Körper rebelliert gegen die Intimität mit dem Partner – eine seltene Allergie macht nicht nur das Liebesleben zur Qual, sondern gefährdet auch den sehnlichen Kinderwunsch.

Eine 29-jährige Litauerin kämpft seit Jahren mit einem doppelten Problem: Ihr Kinderwunsch bleibt unerfüllt, und nach jedem intimen Kontakt mit ihrem Partner leidet sie unter beunruhigenden Symptomen. Verstopfte Nase, Niesreiz, brennende Augen sowie Schmerzen und Reizungen im Intimbereich machen das Liebesleben zur Qual. Diese körperlichen Reaktionen verschärfen die emotionale Belastung des Paares, das trotz mehrerer Versuche mit künstlicher Befruchtung bislang keinen Nachwuchs bekommen konnte.

⇢ Erste Babys kommen mit drei Eltern auf die Welt!

Seltene Diagnose

Die medizinischen Fachleute gingen anfänglich von einer allergischen Überreaktion aus, da die Patientin bereits für ihre Empfindlichkeit gegenüber Schimmel, Hausstaub und Tierhaaren bekannt war. Weiterführende Allergietests brachten schließlich Klarheit: Die Frau reagiert auf das Protein „Can f 5“, das sowohl in Hundespeichel als auch in männlichem Ejakulat vorkommt. Die Untersuchungsergebnisse wiesen eindeutig auf eine allergische Reaktion gegen das Sperma ihres Partners hin, was durch einen erhöhten Wert weißer Blutkörperchen bestätigt wurde.

Bei der diagnostizierten Samenplasma-Hypersensitivität (SPH) erkennt das Immunsystem die Proteine im Samen als Fremdkörper und löst eine Abwehrreaktion aus. Für den Alltag wäre der Einsatz von Kondomen eine praktikable Lösung, um die allergischen Reaktionen zu vermeiden. Für die 29-Jährige stellt dies jedoch keine Option dar, da sie sich eine natürliche Schwangerschaft wünscht.

Therapiemöglichkeiten

Ob dieser Wunsch trotz der Allergie in Erfüllung gehen kann, bleibt derzeit unklar.

Die Erfahrung zeigt jedoch, dass manche Betroffene durch spezielle Therapieansätze oder eine allmähliche Anpassung des Immunsystems ihren Kinderwunsch verwirklichen können.

Für Frauen wie die 29-jährige Litauerin gilt die Hyposensibilisierung als vielversprechendste Therapieoption. Bei dieser Behandlung wird der Körper schrittweise an die allergieauslösenden Proteine gewöhnt, um die überschießende Immunreaktion zu reduzieren. Die Wirksamkeit dieser Methode variiert jedoch von Fall zu Fall und erfordert meist mehrere Behandlungszyklen.

Bei leichteren allergischen Beschwerden kann auch die Einnahme von Antihistaminika vor dem Geschlechtsverkehr die Symptome lindern. Diese Medikamente blockieren die Ausschüttung von Histamin, dem Botenstoff, der die allergischen Reaktionen auslöst.

In schweren Fällen, bei denen andere Methoden nicht ausreichend helfen, bleibt die künstliche Befruchtung eine wichtige Alternative. Dabei wird das Sperma vor der Behandlung speziell aufbereitet, um allergieauslösende Proteine zu entfernen, bevor es zur Befruchtung verwendet wird.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen