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Infrastrukturprojekt

Sprengung im Felsgestein: Kroatiens teuerster Tunneldurchbruch beendet Stau-Misere

Tunnel
(FOTO: iStock)

Kroatiens Verkehrsader wächst: Nach erfolgreichem Tunneldurchbruch bei Gladnjici nimmt die neue vierspurige Schnellstraße bei Split konkrete Formen an.

Der Durchbruch der rechten Röhre des Tunnels Gladnjici markiert einen weiteren Meilenstein beim Ausbau der neuen vierspurigen Schnellstraße zwischen den Knotenpunkten Mravince und TTTS, wie die kroatische Straßenverwaltung Hrvatske ceste mitteilte. Die 330 Meter lange Tunnelröhre wurde durch teilweise Sprengung der Stirnseite im Gestein der fünften Kategorie von der Ausgangs- zur Eingangsseite durchbrochen.

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Mit der Umsetzung des 2,5 Kilometer langen Streckenabschnitts samt Verbindungsstraßen wurde das Bauunternehmen Strabag beauftragt, das am 17. Dezember 2024 offiziell mit den Arbeiten begann. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf 32,7 Millionen Euro ohne Mehrwertsteuer, die Fertigstellung soll innerhalb von 24 Monaten erfolgen. Auch an der linken Tunnelröhre, die insgesamt 377 Meter misst, wird intensiv gearbeitet. Laut Hrvatske ceste wurden bereits etwa 285 Meter im Gestein der vierten Kategorie vom Ausgangs- zum Eingangsvoreinschnitt ausgehoben. Der Durchbruch der linken Röhre ist für die erste Dezemberhälfte 2025 geplant.

Baufortschritt

Auf der Baustelle sind derzeit rund 70 Arbeiter sowie 15 Mitarbeiter des technischen und Ingenieurpersonals im Einsatz – ein Beleg für die hohe Dynamik und das Engagement, dieses infrastrukturell bedeutsame Projekt für die Region Split termingerecht umzusetzen. Parallel zu den Tunnelarbeiten laufen entlang der gesamten Strecke Erdarbeiten, umfangreiche Aushubarbeiten und der Bau von Dämmen. Zudem schreiten die Stahlbetonarbeiten an den Überführungen Karepovac und Vidovaca sowie an einer Ölabscheideranlage voran.

Nach aktuellem Zeitplan soll die Straße spätestens zwei Jahre nach Baubeginn fertiggestellt sein. Bei zügiger Erteilung aller erforderlichen Genehmigungen könnte die neue Verkehrsverbindung bereits ab Mitte 2027 befahrbar sein. Das Bauprojekt umfasst neben dem 340 Meter langen Tunnel Gladnjici auch zwei Überführungen und einen Knotenpunkt bei der Deponie Karepovac.

Die Standortgenehmigung für das Vorhaben wurde im Frühjahr 2020 erteilt, wodurch das Projekt in sechs Phasen unterteilt wurde. Die ersten drei Bauabschnitte betrafen den Kreisverkehr Mravnice und die Anschlussstraßen – Arbeiten, für die ebenfalls Strabag den Zuschlag erhielt, mit einem Auftragswert von 7,2 Millionen Euro.

Verkehrsentlastung

Ende September besichtigten der Bürgermeister von Split, Tomislav Suta, der Vorstandsvorsitzende von Hrvatske ceste, Ivica Budimir, und der Bürgermeister der Gemeinde Podstrana, Mijo Dropuljic, die Baustelle des Tunnels Gladnjici, der als Schlüsselelement des Infrastrukturprojekts TTTS – Mravince gilt. Bei diesem Termin kündigten sie verschiedene Maßnahmen zur Entschärfung der täglichen Verkehrsstaus auf der Staatsstraße D8 an. Suta betonte dabei, dass der Tunnel nach Fertigstellung das Leben der Bewohner von Split, Solin, Podstrana und Omis erheblich erleichtern wird, die besonders in den Sommermonaten unter kilometerlangen Staus leiden und dadurch in ihrer Mobilität stark eingeschränkt sind.