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Cambridge-Studie: Klimawandel verstärkt Gewalt gegen Frauen

Symbolfoto. iStock/Animaflora
Symbolfoto. iStock/Animaflora

Kim van Daalen ist Doktorandin an der Cambridge Universität. Sie hat ein breites Forschungsinteresse. Hauptsächlich im Zusammenhang mit der Wechselwirkung zwischen Klimawandel und globaler Gesundheit. Deshalb untersuchte sie Klima-Daten von 20 Jahren und bemerkte einen direkten Zusammenhang zwischen Umweltkatastrophen und der Gewalt gegen Frauen.

Nach einer Umweltkatastrophe wie einer Überschwemmung oder einer lange anhaltenden Dürre liegen die Nerven bei der Bevölkerung blank. Besonders in den ärmeren Regionen sind die Folgen einer klimabedingten Katastrophe gravierender als in anderen Teilen der Welt.

Demnach führen extreme Wetterereignisse zu einer Zunahme von Gewalt gegen Frauen und Mitgliedern der LGBTQ-Community. Da solche Wetterlagen durch den Klimawandel zunehmen, verstärkt das auch die Auswirkungen auf den Umgang mit dem weiblichen Geschlecht. Laut Daten der letzten 20 Jahre kam es im Zuge von Dürren, Überflutungen und Hurrikans zu vermehrter körperlicher und sexueller Gewalt gegen Frauen.

Nicht nur Kim van Daalen hat sich dem Thema angenommen. Es gibt noch zahlreiche andere Studien, die den Zusammenhang zwischen der Gewalt an Frauen und der Veränderung des Klimas aufzeigen. Allerdings ist die Cambridge-Studie die bisher umfangreichste.

Begründung des Zusammenhangs

Durch immer widerkehrende Klimaerscheinungen wie etwa Überflutungen und Stürmen, die das Land verwüsten, verschlechtert sich die wirtschaftliche und somit auch soziale Lage der Bewohner dieser Region. Durch die sozialen Spannungen, verschärfen sich die Situationen, aus denen häusliche Gewalt resultiert.

Im Zuge der wirtschaftlichen und sozialen Folgen werden auch vermehrt Zwangsheiraten arrangiert. Der Menschenhandel wird befeuert und der psychische Missbrauch nimmt zu. So erklärt der Wirtschaftswissenschafter Niaz Asadullah: „In Bangladesch zum Beispiel wurden junge Mädchen nach extremen Überschwemmungen in einigen Fällen zur Heirat gezwungen, weil die Familien dann einen Mund weniger zu ernähren haben. Der Verlust von Ernten und Haushalten aufgrund von extremen Wetterereignissen setzt Mädchen zusätzlich unter Druck und macht sie angreifbar.

Gewalt gegen LGBTQ-Community

Ein weiteres Beispiel führt nach New Orleans (USA). 2005 kam es zu vermehrten Angriffen gegen Mitglieder der LGBTQ-Community. Religiöse Extremisten machten Homosexuelle für den vorangegangenen Hurrikan Katrina verantwortlich. Auch verwehrte man sexuellen Minderheiten teilweise den Zugang zu Hilfe. „Sexuelle Minderheiten sind erhöhten Risiken ausgesetzt, die bei Maßnahmen zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt unbedingt berücksichtigt werden müssen„, sagt Kim van Daalen dazu.

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Quelle: derstandard.at